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2016

GEWINNER

01 – Marie Krüttli Trio

Jazz braucht Trios wie dieses, schrieb ein englischer Kritiker über das Debüt-Album des Marie Krüttli Trios «Kartapousse». Lässig manövriert die 24-jährige Welschschweizerin das Trio durch vertrackte Rhythmus-Gebilde und verwobene Akkordketten, ohne dabei verkopft oder verkrampft zu wirken. Groovig schillern die Melodien – charmant und mit viel hintergründigem Witz. Zu hören sind klare, eigene Ansätze und Einflüsse von Strawinsky oder Debussy. Musik mit grosser Wucht und wenig Pathos, cool, aber nicht unnahbar. | Line-up: Marie Krüttli, p; Lukas Traxel, b; Martin Perret, dr.
www.mariekruttli.com

FINALIST

02 – Punkt3

Das Ensemble Punkt3 lässt den Humor und Ironie des Alltags in seine Musik einfliessen. Die drei jungen Musiker nehmen sich dabei die Freiheit, Genre-Grenzen nicht nur auszuloten, sondern diese auch zu überschreiten. Tobias Pfister, Noah Punkt und Ramón Oliveras umschwirren verschiedene Themengebiete und verzaubern die Zuhörer mit ihrer gepflegt ausgewählten Tonsprache: Jazz, Pop, Rock, dann und wann ein paar Klänge Neuer Musik. Denn, auch eine Zwölftonmelodie hat noch niemandem geschadet. | Line-up: Tobias Pfister, sax; Noah Punkt, b; Ramón Oliveras, dr, perc.
www.punktdrei.com

FERNER SPIELTEN

03 – Eliyah Reichen Electric

Der junge Zürcher Pianist Eliyah Reichen ist ein Musiker mit Liebe für Details und Finessen. Laut ihm entwickelt sich die Musik seiner Band Electric, seit James Krüttli dazu gestossen ist, in eine Richtung, welche sich grenzenlos anfühlt. Ihre Eigenkompositionen sind unterhaltsam und impressiv zugleich, jeder lässt dem anderen viel Platz. Die drei jonglieren gekonnt zwischen elektronischer Musik und improvisiertem Jazz. Es entstehen starke Melodien, einnehmende Harmonien und scharfe Grooves. | Line-up: Eliyah Reichen, p; fender rhodes, synth; James Krüttli, b; Dominik Burkhalter, dr.
www.eliyahreichen.com

04 – Yves Theiler Trio "Dance In A Triangle"

Die drei jungen Schweizer Musiker bedienen sich an komplexen, rhythmischen Ideen und betten diese in ihren Sound ein. Die Komplexität fällt zuerst nicht auf – es klingt nach einer eingängigen und musikalisch konkreten Aussage. Bebende Rhythmen treffen auf tanzende Melodien. Die Songs, alle vom jungen Zürcher Pianisten Yves Theiler komponiert, verschaffen dem Trio einen manchmal fast orchestralen Charakter und werden von Improvisationen umspielt und in Bewegung gesetzt. | Line-up: Yves Theiler, keyb; Luca Sisera, b; Lukas Mantel, dr.
www.yvestheiler.com

05 – Hely

Die entrückende Musik von Hely ist geprägt von Dialogen: Rhythmische Ekstase afrikanischer Trommelmusik trifft auf die dunkle Harmonik von Claude Debussy, zornige Energie von Rage Against the Machine trifft auf den Ambient-Minimalismus von William Basinski, die melodische Verspieltheit Ornette Colemans trifft auf die Melancholie von Radiohead. Soviel ist klar: Die zwei Zürcher von Hely wollen mit treibenden Rhythmen und berauschenden Klängen alle in Ekstase spielen. | Line-up: Lucca Fries, p; Jonas Ruther, dr.
www.hely.ch

06 – Gauthier Toux Trio

Der in Frankreich geborene Pianist Gauthier Toux lebt heute in Lausanne und ist mit 23 Jahren eines der Nachwuchs-Piano-Talente Europas. Das 2013 gegründete Trio mit Mitmusikern aus Belgien und der Schweiz fällt durch einen eigenen Sound auf, der sonst eher von langjährig eingespielten Bands bekannt ist. Inspiriert von neuen Jazz-Strömungen, Hip-Hop aus New York und anderen stilistischen Einflüssen, vergisst das Trio nie die Wurzeln und die Tradition des Jazz. Mit frischer Musik entführen sie das Publikum in ihr eigenes Universum. | Line-up: Gauthier Toux, p; Kenneth Kahl Knudsen, b; Maxence Sibille, dr.
www.gauthiertouxtrio.tumblr.com

JAZZPREIS 2016

DIE JURY-MITGLIEDER

— David Murray (amerikanischer Musiker)
— Debra Richards (Journalistin aus London)
— Jean-Paul Brodbeck (Schweizer Musiker)
— Florian Keller (Schweizer Musik-Journalist)
— Adrian Tschäppeler (Hörer/Moods-Gast)

 

2015

GEWINNER

01 – THE GREAT HARRY HILLMAN

Dass der Hürdenläufer Harry Hillman eine Band verdient, wurde spätestens mit seinen drei Goldmedaillen bei den olympischen Spielen 1904 klar. Jetzt hat er sie: «The Great Harry Hillman»! Die Schweizer Truppe präsentiert einen griffigen, eigenständigen Bandsound, eingefangen auf dem Debüt-Album «Livingston» (2013). Die Eigenkompositionen der vier Musiker überraschen und sind mit Liebe zum Detail arrangiert, um sogleich von energetischen Improvisationen aufgebrochen zu werden. Das ist Jazz von heute, so frech wie der Hürdenläufer von damals. | Line-Up: Nils Fischer, sax, bcl; David Koch, g; Samuel Huwyler, b; Dominik Mahnig, dr.
www.thegreatharryhillman.ch

FINALIST

02 – ME&MOBI

Me&Mobi ist eine Synthese von klassischem Piano-Trio und schrottiger Garagenband. Rhythmen aus der elektronischen Musik finden sich in neuem Gewand wieder und lassen sich von schönen, einfachen Melodien umgarnen. Zusammen mit den natürlichen Klängen von Holz und Metall ergibt sich ein Klangkörper, gespielt von einem Trio mit kollektiver, unbändiger Improvisationslust. | Line-Up: Philipp Schlotter, CP80, MPC; Lisa Hoppe, b; Fred Bürki, dr, electronics.
www.meandmobi.ch

FERNER SPIELTEN

03 – MARENA WHITCHER'S SHADY MIDNIGHT ORCHESTRA

Marena Whitcher bleibt ihrem Namen treu und ruft geheimnisvoll verhexte Songs ins Leben. Spätestens seit dem Erhalt des Förderpreises der Friedl Wald Stiftung 2014 und des Kunstpreises der Akademie der Künste Berlin 2015 macht die junge Zürcher Sängerin auf sich aufmerksam. Mit ihrem Septett tritt sie nun zum ersten Mal mit einer eigenen Band in Erscheinung. Die Mischung aus theatralischer Performance, wildem Jazz und Avantgarde-Pop hat’s in sich. Im April 2015 wird ein Debüt-Album erscheinen. | Line-Up: Marena Whitcher, voc, g, Glasharfe, toys, comp; Lisa Hasler, voc, toys; Isabelle Ritter, voc, toys; Nils Fischer, sax, bcl; Luzius Schuler, p; Maximilian Grossenbacher, b; Nicolas Stocker; dr, Glockenspiel.
www.marena.ch

04 – FLORIAN FAVRE TRIO

«Der Zuhörer ist integraler Bestandteil jeder unserer Improvisationen, er erschafft sie mit uns», so Florian Favre über seine Auftritte. Der junge Freiburger Pianist beherrscht die Kunst der Reduktion und seine Interpretationen der eigenen, melodiösen Kompositionen schöpfen selbst in energischen Passagen Kraft aus einer bewussten Ruhe. Zusammen mit Manu Hagmann am Bass und Alexandre Maurer am Schlagzeug zelebriert das Trio den spontanen Moment der Musik – mit viel Gefühl und einem Augenzwinkern. Hier präsentiert sich ein junger Jazzpianist mit Ausnahmetalent und wunderbarem Charme. | Line-Up: Florian Favre, p; Manu Hagmann, b; Alexandre Maurer, dr.
www.florianfavre.com

05 – NOLAN QUINN(TET)

Mit seinem Debütalbum «Dreaming of a Place Unseen» hält Nolan Quinn seine Auseinandersetzung mit der amerikanischen Tradition des Jazz fest. Sein aus international tätigen Musikern bestehendes Quintett strebt beim Spielen nach Virtuosität und Lebendigkeit. Quinns Musik zielt auf ein breiteres Publikum, indem traditionelle Kompositionswendungen ansatzweise mit Klängen der Mainstream-Musik kombiniert werden. Feiner Bebop und zeitgenössischer Jazz wird da gespielt. | Line-Up: Nolan Quinn, tp; Jonathan Maag, sax; Oliver Illi, p; Simon Quinn, b; Brian Quinn, dr.
www.nolanquinn.ch

06 – BLAER

Sie setzten sich mit Fragen auseinander wie diese: «Wie klingen schlafende Bäume?» und behaupten von sich «bäumige Träume» in subtile Sounds umzuwandeln! Die Rede ist vom Berner Quintett Blaer, vier geschulte Jazzhandwerker an Saxofonen, Bass und Drums, die sich von Bandleaderin Maja Nydegger am Piano in unbekannte Gehölze entführen lassen. Wir sind gespannt wie das klingt! | Line-Up: Nils Fischer, sax, bcl; Claudio von Arx, sax; Maja Nydegger, p, comp; Simon Iten, b; Emanuel Künzi, dr.
www.blaer.ch

JAZZPREIS 2015

DIE JURY-MITGLIEDER

— Jim Black (Musiker, US)
— Karin Meier (Musikerin, CH)
— Julia Neupert (Musik-Journalistin, SWR, DE)
— Nina Salis (Musik-Journalistin, SRF, CH)
— Michael Glauser (Moods-Gast, CH)

 

2014

GEWINNER

01 – Matthias Tschopp Quartet plays Miró

Eine schwarze Melodie zu gelben Akkorden, rote Klänge zu den Rhythmen von Pinselstrichen. Der Zürcher Baritonsaxophonist Matthias Tschopp vertont in seinem Projekt Bilder des katalanischen Malers Joan Miró (1893-1983). Moderne Kunst gespielt als Jazz: kreativ, originell, farbig. Mirós Werke werden während dem Konzert gezeigt und deren musikalische Umsetzung erklärt. Dem Publikum erschliesst sich so ein neuer Zugang zu zeitgenössischer Jazzmusik – durch Mirós Bilder kann es in eine Welt eintauchen, wo Farben, Figuren, Klänge und Imagination zusammenfinden. | Line-Up: Matthias Tschopp, sax; Yves Theiler, p; Raffaele Bossard, b; Alex Huber, dr.

FINALIST

02 – Weird Beard

Charaktervoll, eigenständig und voller Inspiration ist der musikalische Mikrokosmos Florian Eglis und seiner Mitmusiker. Prägnante Grooves, schlichte, schöne Melodien, lautmalerische Backgrounds und moderne Harmonien vereinen sich in einem grosszügigen Rahmen, innerhalb dessen sich die Fantasie und der sensibel ausgelebte Sinn für das Ungewöhnliche und Ästhetische des Quartetts prächtig entfalten können. | Line-Up: Florian Egli, sax; Dave Gisler, g; Martina Berther, b; Rico Baumann, dr.

FERNER SPIELTEN

03 – That Pork

Ein untypischer Name für eine untypische Gruppe! Die drei Musiker, die sich bereits aus verschiedensten Projekten kennen, sind zusammengekommen, um ein Trio zu kreieren in dem die Musik der Leader der Gruppe ist. Es gibt also keinen Chef, sondern die Form eines gleichberechtigten, gleichseitigen Dreiecks. Mit Saxofon, Schlagzeug und Klavier entsteht Musik abseits bekannter Pfade. Radiohead, Paul Bley, Amon Tobin, Mos Def, Sigur Ros oder Meshuggah: keine Inspirationsquelle ist verboten! Alles wird verarbeitet, aufbereitet und geformt, um dem aktuellen Jazz ein neues Gesicht zu geben. | Line-Up: Ganesh Geymeier, sax; Marc Méan, p; Maxence Sibille, dr.

04 – Magnetband

Drei Deutsche, zwei Franzosen, ein Schweizer und ein Australier bilden die verschworene Gemeinschaft der Magnetband. Kennengelernt haben sie sich während des Studiums an der Jazzabteilung der Basler Musikakademie. Dort studiert Frederik Heisler, der die Band im letzten Herbst gegründet hat. Mit der Auswahl der Musiker hat der 24-jährige Schlagzeuger eine klare Richtung vorgegeben: Mit den Posaunen setzt er «Reizpunkte», der Beatboxer verstärkt den rhythmischen Puls. Die Musiker teilen die Liebe zum Bebop; Einflüsse aus Hip-Hop, Rock, Funk oder Elektro sind unüberhörbar. Die Frage nach dem Jazz beantwortet Heisler entschieden: «Doch, wir sind eine Jazzband – innovativ, naiv und frech.» | Line-Up: Raphael Rosse, tb; Simon Girard, tb; Julian Knörzer, voc, beatbox; Florian Favre, p, keyb; Florian Möbes, g; Emanuel Teschke, b; Frederik Heisler, dr.

05 – Ikarus

Auf Ikarus’ EP «Through Birds, Through Fire, But Not Through Glass», vermischt sich Traum und Wirklichkeit. «Die Stücke sollen zum träumen anregen und Bilder vor dem inneren Auge aufsteigen lassen. Wie Filmmusik, aber ohne Film.», erläutert der Bandleader Ramón Oliveras. Die Band, bestehend aus Sängerin und Sänger, Schlagzeug, Bass und Piano, stellt die beiden Stimmen ins Zentrum. Zusammen mit der Rhythm Section zelebrieren sie wilde Improvisationen und minimalistische Grooves, zwischen Stille und Sturm. Die fünf Musiker malen zeitgenössische Klangflächen mit Jazzfarben und Popformen. Es entsteht eine aktuelle und eigenwillige Musik: Bartók trifft auf James Blake. Arvo Pärt auf Eivind Aarset. | Line-Up: Stefanie Suhner, voc; Andreas Lareida, voc; Lucca Fries, p; Mo Meyer, b; Ramón Oliveras, dr, comp.

06 – SÍD

Die Musik von SÍD (altirisch für «Wohnsitz») beruht auf folgender Geschichte: Vor einiger Zeit machte sich eine junge Frau in Richtung Norden auf, in ihre ursprüngliche Heimat. Sie durchstreifte geheimnisvolle, neblige Wälder, durchwanderte grüne Täler und Hügel, schwamm in den dunklen, tiefen Seen des Nordens und lauschte alten Mythen und Sagen, denen sie auf ihrer Wanderung begegnete. Zurück von ihrer Reise durch Finnland, Schweden, Irland und Island erzählt sie nun, mit zwei kreativen Gefährten an ihrer Seite, von den Erlebnissen – mal mystisch, dunkel und schrill, mal ganz zart, luftig und zerbrechlich. | Line-Up: Rea Dubach, voc, electronics, toys; Luzius Schuler, fender-rhodes, moog, electronics; Daniel «D-Flat» Weber, dr.

JAZZPREIS 2014

DIE JURY-MITGLIEDER

— Bugge Wesseltoft, Musiker
— Reto Suhner, Musiker
— Michael Laages, internationaler Musik-Journalist
— Hanspeter Künzler, internationaler und nationaler Musik-Journalist
— Peter Sonderegger, Hörer/Moods-Gast

 

2013

GEWINNER

01 – BOUNCE

Konsequent befreit das Quartett den Jazz aus den Genrezwängen – dass dabei Grenzen ausgelotet werden, erkennt man auch an der internationalen Herkunft der vier Musiker. Reibungsflächen und kompositorische, spielerische Freiheit entstehen in der Musik von Bounce durch den Verzicht auf ein Harmonieinstrument. Improvisation, aber immer im Dienste des Kollektivs, so lässt es sich am ehesten beschreiben, wenn Saxofonist Jonathan Maag und Trompeter Julian Hesse sich in klassisch anmutenden Passagen ergänzen, befeuert vom Moskauer Bassisten Andrey Tatarinets und Drummer Dominik Chansorn. Rund ist der Sound der vier Musiker aus Bern, flirtet mal mit Pop, mal mit Drum’n’Bass, und bevor sich die Zuhörer darin einnisten können, geht Bounce schon wieder in eine neue Richtung. | Line-Up: Jonathan Maag, sax; Julian Hesse, tp; Andrey Tatarinets, b; Domi Chansorn, dr.

FINALIST

02 – KAOS PROTOKOLL

«Kaos Protokoll» – das steht für kultivierten Wahnsinn. Der Crossover Jazz des Berner Trios ist manchmal wild und hart, manchmal herzlich und eingängig, augenzwinkernd und skurril, immer aber durchtrieben von grosser Einfallskraft. Aus wuchtigen Basslinien, brutal groovigen Beats und einem Saxofon, das ebenso schrill wie lyrisch klingen kann, schmieden die drei Musiker höchst abenteuerliche Arrangements. Rock, Jazz, Funk und dezente Elektronik verdichten sich hier zu brisanter Musik, die wunderbar überbordet. | Line-Up: Benedikt Wieland, b, electronics; Marc Stucki, sax, Melodica, electronics; Flo Reichle, dr, electronics.

FERNER SPIELTEN

03 – RAPHAEL JOST & LOTS OF HORNS

Der Sänger und Pianist Raphael Jost zählt spätestens seit seiner Auszeichnung am Europäischen Nachwuchs-Jazzpreis 2012 zu den grössten jungen Talenten der Schweizer Jazzszene. Unverkennbar ist seine kraftvolle und dennoch wand-lungsfähige Stimme. Mit seiner Band präsentiert Jost ein Programm voller Abwechslung mit vorwiegend eigenen Songs. Mitreissende Swing-Tunes und melancholische Jazzballaden fehlen dabei ebenso wenig wie eingängige Popsongs und coole Hip-Hop-Beats; das Ganze gespielt mit einer massiven Horn Section und viel Groove. | Line-Up: Raphael Jost, voc, p; Lukas Thöni, tp, flh; Thierry Kuster, sax, fl; Lukas Brügger, sax; Lukas Wyss, tb; Reto Anneler, sax, bcl; Raphael Walser, b; Jonas Ruther, dr.

04 – ROSSET MEYER GEIGER

Bereits mit ihrem Debütalbum sorgten die drei St. Galler Musiker für Furore – «what happened» wurde in Japan mit Gold ausgezeichnet als bestes Jazzalbum 2010. Die internationale Kritiken, z.B. im New Yorker Cadence Jazz Magazine oder im All About Jazz Italia, sind voll des Lobes und bezeichnen die Band als eines der besten aktuellen Jazz-Piano-Trios. «what happened» wurde Unit Records Bestseller 2011 mit bereits zwei Nachpressungen. Die EP «Lucy’s Dance» entstand 2011 in Zusammenarbeit mit international bekannten Künstlern (Matthew Herbert, DePhazz, N.O.H.A. usw.). Und Ende 2012 erschien das Album «trialogue». Rosset, Meyer und Geiger pflegen seit 13 Jahren ihr Trio als Working Band. Sie verstehen sich ohne Worte und entwickeln auf der Bühne in ihrer lyrischen, pulsierenden Musik faszinierende Tiefe. | Line-Up: Josquin Rosset, p; Gabriel Meyer, b; Jan Geiger, dr.

05 – KAMIKAZE

In den dichten Rauchschwaden des Berner Musikscharmützels krachten 2010 ein Tessiner, ein Westschweizer und ein mittelländischer Pilot mit 376 km/h im Blindflug in einen von Distortion und brachialem Schlagzeugspiel geknechteten Proberaum. Die drei gegnerischen Parteien stürzten sich, kaum hatte sich der Staub gelichtet, ins Gefecht, dessen Ergebnis ohrenbetäubender Lärm, wild durch die Luft fliegende Gitarrenriffs, laut vor sich hin dröhnende Bässe und hie und da explodierende Schlagzeugbomben waren. In den Pausen zwischen den Schusswechseln widmeten sie sich jedoch auch gerne dem Schönklang, hatten sie doch eine gemeinsame Sprache gefunden, die sie verband – Kamikaze. | Line-Up: Fabio Pinto, g; Claire Huguenin, voc; Jeremias Keller, b; Alex Maurer, dr.

06 – KHASHO’GI

«Khasho’gi» ist die Band um den Schlagzeuger und Komponisten Vincent Glanz-mann. Mit einer Fülle von Klängen, Rhythmen und Dynamiken beschreiben die vier Musiker eine hochkomplexe Realität, welche aber eher auf primitiver als auf intellektueller Ebene verstanden werden will. Mit einer verblüffenden Mischung aus skrupelloser Energie und infantiler Experimentierfreude gibt sich «Khasho’gi» den vielschichtigen und detailreichen Kompositionen von Vincent Glanzmann hin, in denen sich metallische, elektronische Geräusche des modernen Alltags mit durchdachten Klangstrukturen und wilden Rhythmen verbinden. Ein ekstatisches Erlebnis für jeden, der sich darauf einlassen will. | Line-Up: Vincent Glanzmann, dr; Hanspeter Pfammatter, synth, electronics; Manuel Troller, g; 
Andi Schnellmann, b.

JAZZPREIS 2013

DIE JURY-MITGLIEDER

— Jorge Rossy, Musiker/Dozent
— Will Vinson, Musiker
— Ulrich Steinmetzger, internationaler Journalist
— Frank von Niederhäusern, nationaler Journalist
— Heinz Tobler, Hörer

 

2012

GEWINNER

01 – KALEIDOSCOPE STRING QUARTET

Mit Holz, Stahl und Pferdehaaren dringt die Band in streichquartett-untypische Gefilde vor. Das Kaleidoscope String Quartet kreiert eine neue, eigene Klangsprache, die von Simon Heggendorns Kompositionen geradezu provoziert wird. Die vier Musiker, darunter der Jazzviolinist Tobias Preisig, loten musikalische Grenzen aus und suchen nach Anknüpfungspunkten zu anderen Genres. Puls und Groove ihrer Musik unterscheiden sich klar vom klassischen Interpretationsmuster und lassen sich stattdessen in der Jazz-, Rock- und Popmusik verorten. | Line-Up: Simon Heggendorn, Violine, Komposition; Tobias Preisig, Violine; David Schneebeli, Viola; Bruno Fischer, Cello.

FINALIST #1

02 – DER WAWAWA

Zwei Jahre nach dem Debütalbum Der Wawawa zeigt sich die gleichnamige Band mit ihrem neu geschaffenen Album Lord Huhn. Die Kompositionen aus der Feder des Bassisten Marco Müller zeugen von unterschiedlichsten Quellen. Das Trio fährt mit mächtig rollendem Groove und spielt mit wippender Lässigkeit. Ebenso ernsthaft wie verspielt kreieren die drei Musiker ihre Sounds und Storys aus allen möglichen Stoffen, bleiben jedoch stets dem Jazz verpflichtet. | Line-Up: Benedikt Reising, Saxofon; Marco Müller, Bass; Rico Baumann, Drums.

FINALIST #2

03 – METABOLISM

Die sieben jungen Musiker von Metabolism sind von Jazz und zeitgenössischer Musik beeinflusst. Die Kompositionen und Arrangements des Gitarristen und Bandleaders Laurent Méteau nutzen die Kraft und die Vielseitigkeit der drei Saxofone. Diese erheben sich über die minimalistischen und mitreissenden Grooves von Bass und Schlagzeug. Das Klavier bringt Energie und Kreativität. Klänge aus dem Fender-Rhodes verdichten sich im Gesamtsound zur hypnotischen Atmosphäre. Metabolism nimmt die Hörer auf eine Reise durch neue, farbige Klangwelten mit. | Line-Up: Laurent
Méteau, Gitarre; Adrien Guerne, Saxofon; Nils Fischer, Saxofon; Ingo Hipp, Saxofon; Eliyah Reichen, Fender-Rhodes; Samuel Huwyler, Bass; Jwan Steiner, Drums.

FERNER SPIELTEN

04 – HOLUNDERBLÜTEN

«Dieses Trio aus der Romandie tanzt mit nonkonformistischer Chuzpe und hinterlistigem Charme aus der Reihe (…)», schreibt Tom Gsteiger in der Basler Zeitung über Holunderblüten. Die Akkordeonistin und Bandleaderin Noémie Cotton und ihre musikalischen Partner Ganesh Geymeier und Fred Bürki bewegen sich stilistisch zwischen rohem Folk und Jazz. Das Trio weist eine hintersinnig und humorvolle Dramaturgie, ein intelligentes Zusammenspiel und eine überraschende Tiefe im ruhigen, aufs Wesentliche konzentrierten Spiel auf. Blank heisst das 2010 auf Unit Records veröffentlichte Album. | Line-Up: Noémie Cotton, Akkordeon; Ganesh Geymeier, Saxofon; Fred Bürki, Drums.

05 – NIQU

Niqu zieht die Zuhörer mit ihrer treibenden und kraftvollen Musik in Bann. Ungezwungen und beeindruckend locker gehen die vier jungen Basler mit ihrer Musik um. Der Jazz ist ihr Handwerk, sie kümmern sich jedoch nicht um stilistische Schranken. Die Band spielt neben den Eigenkompositionen aller vier Mitglieder auch Interpretationen von Nine Inch Nails, Nirvana und Björk. Egal, was gespielt wird, im Zentrum stehen immer die Interaktion und die Improvisation. Damit schaffen die vier Musiker einen eigenständigen, homogenen Bandklang, welcher eine Entdeckung wert ist. | Line-Up: Niculin Christen, Piano; Ulrich Pletscher, Saxofon; Andreas Waelti, Bass; Martin Meyer, Drums.

06 – POMMELHORSE

Pommelhorse ist Englisch und steht für Pauschenpferd – das schaurige Turngerät, über das uns früher sadistische Sportlehrer jagten. Der Name dieses Geräts verliert nun aber, fünf Musikern aus Bern sei Dank, seinen Schrecken. Diese turnen mit spürbarer Leidenschaft um ihre frischen Kompositionen und erzeugen so Musik, die bleibt. Für alle, die sich mit dem Pauschenpferd während ihrer Schulzeit nicht anfreunden konnten, ist dies die Chance, dem Wort eine neue, angenehme Bedeutung zu geben! | Line-Up: Lukas Roos, Klarinette, Bassklarinette; Joel Graf, Saxofon; Olivier Zurkirchen, Fender-Rhodes; Jeremias Keller, Bass; Gregor Lisser, Drums.

07 – SIMON SPIESS TRIO

Der Oltner Saxofonist Simon Spiess ist Anfang zwanzig und verfügt über Originalität, Individualität, Offenheit und Talent. Mit Miss D.B., seinem neuen Album, verlangt Spiess den Zuhörern bewusst einiges ab – um ihnen dann eine echte Entdeckung zu ermöglichen und sie mit der nackten Schönheit der Musik zu beschenken. Für einmal ist der Slogan reduce to the max mehr als eine hübsche Worthülse. Gerade weil kein Piano oder keine Gitarre «mitmischen», steht Spiess’ Saxofon mit seinen mannigfaltigen Klangfarben viel stärker im Vordergrund. Das ist mutig und bei einem derart jungen Saxofonisten eher selten der Fall. | Line-Up: Simon Spiess, Saxofon, Bassklarinette; Marco Nenniger, Bass: Daniel Mudrack, Drums.

08 – THIRD REEL

Der junge Tessiner Gitarrist Roberto Pianca macht den Schritt über den Gotthard, um mit Musikern aus der Deutschschweiz und der Romandie zu spielen. In seinem Trio Third Reel bringt jeder Musiker eigene Kompositionen ein, die als Basis für absichtlich unvorhersehbare Entwicklungen verwendet werden. Jeder spricht in seiner spezifischen Sprache und ist gleichberechtigt am Dialog in der Dreierkonstellation. Die Musik ist in der Tat minimal, indem sie auf schlichten Mustern und Motiven basiert.
Das Trio bedient sich unterschiedlichster Ausprägungen des zeitgenössischen Jazz zwischen Brooklyn und den nordeuropäischen Spots. | Line-Up: Roberto Pianca, Gitarre; Nicolas Masson, Saxofon, Klarinette; Emanuele Maniscalco, Drums.

 

2011

GEWINNER

01 – [NA]PALMT[H]REE

In den Liner Notes zum Album «Cpac-q-ver» auf Unit Records schreibt Bandleader Fred Bürki: «Sie sind auf dem besten Weg, in verbotenes Terrain vorzudringen…». Jedenfalls schreckt nicht nur der Name des Trios einige Leute auf. Die Musik lässt aufhorchen im besten Sinne. Überraschende Geräusche und Klänge sprudeln aus einem kraftvollen Mix aus Rock und Jazz ans Gehör. Das Power-Jazz-Trio aus Biel, Bern und Zürich hat mit viel beachteten Festivalauftritten – etwa in Willisau –
 sein Können auch schon auf grossen Bühnen gezeigt. | Line-Up: Andreas Tschopp, tb; Lionel Gafner, b; Fred Bürki, dr.

FINALIST #1

02 – QUETZAL

«5:45h» heisst die Erstveröffentlichung des Schlagzeugers Lukas Mantel auf Meta Records. Der Name Quetzal ist dem Vogel
 entliehen, der in Mittelamerika einst als heilig galt. Das Quintett entwickelt
 ethnische Musik, ohne einen folkloristischen Hintergrund zu haben. Es verflechten sich zwei klare Stimmen mit Schlagzeug und akustischen oder elektri
schen Saiten. Die Musiker von Quetzal vermischen die ursprünglichen Klänge der Nebelwaldgebiete Mittelamerikas mit denen der urbanen Dschungel der neueren Zeit. | Line-Up: Lukas Mantel, dr; Veronika Stalder, voc; Nina Gutknecht, voc; Urs Müller, g, Simon Iten, b.

FINALIST #2

03 – RED PLANET

Das Genfer Quartett Red Planet steht zum einen in 
der Tradition des Modern Jazz, wie ihn John Coltrane oder der frühe Wayne
Shorter verkörpern. Das musikalische Universum der Band ist aber auch durchdrungen von den afrokubanischen Wurzeln des Jazz und den kraftvollen Rhythmen, die diese Musik prägen. Die Co-Leader Mathieu Rossignelly und Manuel Gesseney spielten schon mit Musikern wie Sheela Jordan, Kenny Wheeler oder Peter Herbolzheimer. Sie haben u. a. den Preis «Tremplin Lémanique» des Montreux Jazz Festivals gewonnen und zusammen mit Rosario 
Giuliani eine Tournee bestritten. | Line-Up: Mathieu Rossignelly, p;
 Manuel Gesseney, sax; François Gallix, b; Nicolas Serret, dr.

FERNER SPIELTEN

04 – GREGOR FREI ASMIN SEXTET

Die Kompositionen von Gregor Frei lassen Worte zu Melodien werden. Geschriebene Texte machen Gedanken und Stimmungen hörbar. Bandleader Gregor Frei präsentiert mit seinem Asmin Sextet Musik, die von Geschichten und Gedichten lebt. Seine herausragenden Mitmusiker prägen den Gesamtklang mit ihrer musikalischen Persönlichkeit und solistischen Leistung. So entsteht ein moderner und dennoch sehr zugänglicher Jazz. Aktuelles Album: «Roots of a weightless Soul».
 | Line-Up: Gregor Frei, sax, b-cl; Tobias Meier, sax, cl; Silvio Cadotsch, tb; Dave Gisler, g; Dominique Girod, b; Alex Huber, dr; Guest: Marena Whitcher, voc.

05 – ORIOXY

Das Ensemble zieht uns in seinen Bann und weckt die imaginäre Welt, die seit unserer Kindheit unter dem Bett schlummert. Die Hörer werden ins Universum des Pop-Rock geführt. Der märchenhafte Weg dorthin ist voller Überraschungen und der Jazz als gemeinsame Referenz ständig präsent. Angefangen bei der Spieldose, vorbei an keltischen Konsonanzen bis zum äthiopischen Dub stürzt sich die Band in Abenteuer, bei denen sich Milde mit Tollheit mischt. Aktuelles Album: «Tales», Unit Records. | Line-Up: Yael Miller, voc; Julie Campiche, harp; Manu Hagmann, b; Nelson Schaer, dr.

06 – SARAH BUECHI THALI

Die Band Thali um die junge Sängerin Sarah Buechi spielt eine Fusion aus traditioneller indischer Musik und Jazz. Buechi studierte bei renommierten Musikern in Bangalore, Indien, und gab dort während ihres Studiums regelmässig öffentliche Konzerte. Seit 2008 arbeitet sie als Dozentin für das «Newpark Music Centre» in Dublin. In ihrem Projekt Thali verbindet Sarah Buechi südindische Musik mit der westlichen Vielfalt aus Harmonie, Groove und Improvisation. Aktuelles Album: «Vidya Mani», Unit Records. | Line-Up: Sarah Buechi, voc; Matthias Tschopp, sax; Stefan Aeby, p; Marco Müller, b; Lionel Friedli, dr.

07 – SCHNELLERTOLLERMEIER

Die drei «Hinterländer», wie sich die Musiker selbstironisch bezeichnen, mit dem Alpenmassiv vor Augen gross geworden, drängt es zur Besteigung von tönenden Gipfeln. Ausgedehnte Improvisationen und kalkulierte Taktgefüge steigern sich zu rockig-jazzigem Donnergrollen, um sich in bunte Klangnebel zu verflüchtigen. Aktuelles Album: «Zorn einen ehmer üttert stem!!», Veto Records. | Line-Up: Andi Schnellmann, b; Manuel Troller, b; David Meier, dr.

08 – SONAR ENSEMBLE

Frank Möbus sagt über das Trio: «Ich ver
folge die Entwicklung dieser Band schon seit längerem und bin sehr positiv überrascht. Mit Leichtigkeit pendeln die drei jungen Schweizer zwischen Tradition und Aktualität hin und her und verbinden starke Melodien und ungerade Metren mit freien Improvisationen, Geräuschen und Klangtep-pichen zu einem stimmig klingenden Ganzen.» Aktuelles Album: «While you were gone», Unit Records. | Line-Up: Dave Gisler, g; Raffaele Bossard, b; Alex Huber, dr.

09 – THE MURDER OF AMUS AMES

Florian Egli kokettiert gern, wenn es darum geht, seine Musik zu beschreiben; etwa wenn er sein neues Album «Murderish Good Music…» (Unit Records) nennt oder wenn er schreibt, sein Trio sei eine waschechte Jazzband. Das allerdings ist sie: Die drei Musiker swingen, und die Musik muss keine Vergleiche scheuen. Nah an der Tradition – eben swingend – und doch mit einem eigenen zeitgenössischen Ansatz. Mit scharfen Schnitten wechseln sie zwischen expressiven Grooves und feinen Melodielinien. | Line-Up: Florian Egli, sax; Claude Meier, b; Andi Wettstein, dr.

 

2010

GEWINNER

01 – MARC PERRENOUD TRIO

Marc Perrenoud gehört zu den fantasievollsten jüngeren Schweizer Pianisten, die sich konsequent nah an der Geschichte des Jazzpianos bewegen. In dieser Tradition schafft der Genfer mit seinen versierten und vielseitigen Partnern Marco Müller und Cyril Regamey einen kompakten und eindringlichen Bandsound. Das Trio, das schon im Rahmen des Clubfestivals Suisse Diagonales Jazz Anfang 2009 diesseits des Röstigrabens von sich reden machte, besticht durch mitreissende Arrangements und sehr viel Energie und Leidenschaft. | Line-Up: Marc Perrenoud, Klavier; Marco Müller, Bass; Cyril Regamey, Schlagzeug.

FINALIST #1

02 – COWBOYS FROM HELL

Wenn die Höllen-Cowboys loslegen, bleibt kein Stein auf dem andern. Das wilde Instrumentaltrio aus Zürich rast im Expresstempo durch die Musikstile. Dabei lassen sich die drei von Frank Zappa oder der Punk-Rock-Band Rage Against The Machine genauso beeinflussen wie von Nik Bärtsch oder Don Li. Mit ihrer frischen Musik, dem unkonventionellen Einsatz von Elektronik und Effekten, ungezügelter Spielfreude und einer gehörigen Portion Selbstironie bringen sie die Clubs regelmässig zum Kochen. | Line-Up: Christoph Irniger, Saxofon, Elektronik; Marco Blöchlinger, Bass; Chrigel Bossard, Schlagzeug.

FINALIST #2

03 – IMPERIAL TIGER ORCHESTRA

Das Genfer Ensemble fusioniert Jazz mit einer faszinierenden fremden Musikkultur. Die populären Sounds aus dem Äthiopien der Siebziger von Komponisten wie Muluqen Melesse kennt hierzulande kaum jemand. Rhythmisch prägnant, ist die Musik reduziert auf hypnotische Grooves und ein paar Bläserriffs. Die sparsamen und gerade deshalb so eingängigen Melodien klingen wie Beschwörungsformeln und lassen niemanden kalt. | Line-Up: Raphaël Anker, Trompete; John Menoud, Saxofone; Alexandre Rodrigues, Fender Rhodes, Keyboards; Cyril Moulas, Bass; Julien Israelian, Schlagzeug; Luc Détraz, Perkussion.

FERNER SPIELTEN

04 – SAMUEL BLATTERS EIGENBROT

Pianoakkorde, die Gänsehaut erzeugen, und eine berührende Stimme: Der Song «The Nail» auf der bei Unit veröffentlichten CD «Eigenbrot» hat es in sich. Das Debüt-Album der «Eigenbrötler» um den Solothurner Pianisten und Sänger Samuel Blatter erzählt die eigene Bandentwicklung, ausgehend vom Jazz hin zu Songs, die sich eher am britischen Songwriting und Rock orientieren. Und doch hat sich die Band mit den beiden Saxofonen eine Jazzhaut bewahrt. | Line-Up: Samuel Blatter, Klavier, Gesang, Kompositionen; Tobias Meier, Saxofone; Matthias Tschopp, Saxofone; Claude Meier, Bass; Reto Eisenring, Schlagzeug.

05 – TOMAS SAUTER TRANCEACTIVITY

Das Berner Trio ist nach längerer Kreativpause mit neuem Programm zurück. Wieder begibt sich die Band auf die Suche nach neuen Musikformen und legt den Fokus auf die Schnittstellen zwischen elektronischer und akustischer Musik. Tomas Sauter, Urban Lienert und Christoph Staudenmann haben einen eigenen Klangkosmos entwickelt und verstehen es, minimalistischen Noise, dichte orchestrale Gebilde, atmosphärische Klangbilder und Grooves zu einem faszinierenden Ganzen zu verweben. | Line-Up: Tomas Sauter, Gitarre, Loops; Urban Lienert, Bass, Elektronik; Christoph Staudenmann, Schlagzeug.

06 – GABRIELE PEZZOLI TRIO

Gabriele Pezzoli gilt es in der Deutschschweiz erst noch zu entdecken. Der Tessiner Pianist spielt bereits seit Ende der Neunzigerjahre mit seinen Triogefährten. In diesem Trio sind nicht nur viel Talent, sondern auch eine Menge Esprit vorhanden. Pezzoli verquickt sein sparsam pointiertes Pianospiel gekonnt mit dem dichten Interplay seiner Partner und erzeugt so ein überaus spannungsreiches und doch stets entspanntes Ambiente. Letztes Jahr erschien auf TCB das zweite Album mit dem Titel «Rendez-Vous». | Line-Up: Gabriele Pezzoli, Klavier; Cédric Gysler, Bass; Roberto Titocci, Schlagzeug.

07 – STEFAN AEBY TRIO

Eingängige und lyrische Melodien treffen in den originellen Kompositionen dieses Trios auf farbenreiche Harmonien. Es sind musikalische Reisen und intime Stücke, die federleicht daherkommen und die Technik niemals in den Vordergrund rücken. Das Trio um den Bieler Pianisten Stefan Aeby interpretiert seine eigenständige Musik immer wieder neu, dynamisch, kraftvoll und voller Energie. Dabei finden die drei Musiker sowohl in freien als auch in harmonisch komplexeren Teilen stets zur viel beschworenen Einheit. | Line-Up: Stefan Aeby, Klavier; André Pousaz, Bass; Julian Sartorius, Schlagzeug.

08 – SAMUEL HUGUENIN SYMBOLIC QUARTET

Der Saxofonist Samuel Huguenin aus Vevey hat Alte Musik an der Schola Cantorum in Basel und Jazz am Konservatorium in Montreux studiert. Er mischt in seinen Kompositionen afrikanische Rhythmen, orientalische Melodien und balkanische Trance und bleibt doch immer dem Jazz verbunden. Mit dem Pianisten Gabriel Zufferey, dem Bassisten Fabien Sevilla und dem Schlagzeuger Gilles Dupuis hat Huguenin vielseitige Musiker ausgewählt, die die stilistischen Grenzen mühelos überschreiten. | Line-Up: Samuel Huguenin, Saxofone; Gabriel Zufferey, Piano; Fabien Sevilla, Bass; Gilles Dupuis, Schlagzeug.

09 – ANDREAS MEILI’S KNOM

Das Jazzquartett Knom um den Pianisten Andreas Meili existiert seit 2004 und besticht durch einen erfrischend jungen Jazz mit eigenem Charakter, dem auch eine wohl dosierte Portion Humor nicht abgeht. Die vier bewegen sich gewandt zwischen lyrischen Momenten und energiegeladenen Nummern. Die Kompositionen stammen allesamt aus der Feder von Meili, der mit seinen eigenwilligen Interpretationen und Arrangements besonders viel zur Eigenständigkeit des Quartetts beiträgt. | Line-Up: Andreas Meili, Klavier, Kompositionen; Marc Stucki, Saxofone; André Pousaz, Bass; Andreas Mötz, Schlagzeug.

 

2009

GEWINNER

01 – PLAISTOW

Mit langsamen Bewegungen spielen die drei Musiker leise, klar strukturierte Passagen und widmen sich dann wieder schnellen Tempi und lauten, verzerrten Klängen. Rein akustische Sounds wechseln mit Effekten elektronischer Instrumente. Die Romands sehen sich in der Tradition des Jazz-Piano-Trios und beziehen sich auf so unterschiedliche Musiker wie Steve Reich oder die britische Band Squarepusher. Plaistow ist eine klassische «Working Band», die Jazz gekonnt mit Electronica, Rock und Noise verbindet. Ihr aktuelles Album Do You Feel Lucky erschien im letzten Herbst. | Line-Up: Johann Bourquenez, Klavier; Raphaël Ortis, Bass; Cyril Bondi, Schlagzeug.

FINALIST #1

02 – SHA’S BANRYU

Wie Nik Bärtsch, in dessen Band er spielt, verbindet Sha die westliche Groovemusik mit fernöstlichen Traditionen. Die Bedeutung des japanischen Bandnamens Banryu erklärt der junge Berner so: «Banryu, der zum Sprung bereite Drache, lässt alles auf sich zukommen, an sich vorbeiziehen. In keinem Moment verliert er an Spannung und Haltung und kann jederzeit zuschlagen». Sha arbeitet seit 2004 mit der aktuellen Besetzung und präsentiert sein neues Album Chessboxing Volume One, erschienen auf dem Label Ronin Rhythm Records. | Line-Up: Isa Wiss, Gesang; Sha, Klarinetten, Altosax, Kompositionen; Mik Keusen, Piano; Thomas Tavano, Bass; Julian Sartorius, Schlagzeug.

FINALIST #2

03 – URS VÖGELI FLYOUT

Um seine eigene Musik zu spielen, gründete der Schaffhauser Gitarrist Urs Vögeli 2006 die Band flyOut. Vögelis Kompositionen entstehen auf der Gitarre. Entsprechend fliessen gitarristische Elemente und Strukturen in die Stücke ein. Das Ergebnis ist eine packende, expressive Musik, die die Freiheiten des Jazz mit der rauen Direktheit des Rock verbindet. Lyrische Melodien, rockige Vamps, ungerade Taktarten und freie Improvisationen nehmen einen wichtigen Platz ein. Kürzlich haben Vögeli und seine Mitstreiter ihre Debut-CD veröffentlicht. | Line-Up: Urs Vögeli, Gitarre; Ran Wehrli, Alt- und Sopransaxofon; Raffaele Bossard, Bass; Alex Huber, Schlagzeug.

FERNER SPIELTEN

04 – CHAMBER SOUL

Mit ihrer warmen, rauchigen Stimme und ihrem einnehmenden Charme wirkt die Sängerin Brandy Butler wie eine in die heutige Zeit versetzte Diva aus der Blütezeit des Soul und Blues. Im Trio Chamber Soul kommt das besonders schön zur Geltung. Durch die aussergewöhnliche Instrumentierung mit Gitarre (Roman Hosek) und Posaune (René Mosele) entsteht ein leichter und trotzdem geerdeter Sound. Die drei Bandmitglieder bewegen sich frei, und doch tönt nichts nach Zufall. Dieses eigenwillige Trio spielt einen mitreissenden und frischen Mix aus Soul, Jazz und Funk. | Line-Up: Brandy Butler, Gesang; Roman Hosek, Gitarre; René Mosele, Posaune.

05 – DIE PILZE

Die Besetzung dieses Jazzsextetts eröffnet eine unerschöpfliche Vielfalt an Klangfarben. Die drei Bläser treten als Bläsersatz auf oder schlagen sich auf die Seite der Rhythmusgruppe, um Begleitfunktionen zu übernehmen. Die Pilze vereinen sechs hervorragende Improvisatoren, die sowohl solistisch als auch im Kollektiv überzeugen. Dem Sextett liegt die Idee zugrunde, den Jazz als offene Haltung im Umgang mit Musik zu verstehen.
 Ihr Debütalbum erschien 2008 bei Unit Records. | Line-Up: Benedikt Reising, Altsaxofon; Xavier Nussbaum, Tenorsaxofon; Martin Eberle, Trompete, Flügelhorn; Benjamin Külling, Piano, Rhodes; Marco Müller, Bass; Rico Baumann, Schlagzeug.

06 – FM TRIO

Der St.Galler Fabian M. Mueller – Shooting Star unter den jungen Schweizer Pianisten – verfügt nicht nur über ein sicheres Handwerk an den Tasten, sondern zeigt in seiner Musik auch eine eigene und
 sehr persönliche Handschrift. Stilistisch orientiert sich das Trio am Contemporary Jazz, und die Mitglieder bewegen sich stets geschmackssicher und auf Augenhöhe. Die drei bestechen durch ihre ansteckende Spielfreude und eine bemerkenswerte Leichtigkeit. 2008 erschien das Debütalbum Moment auf dem Tessiner Label Altrisuoni. | Line-Up: Fabian Mueller, Klavier; Kaspar von Grünigen, Bass; Fabian Bürgi, Schlagzeug.

07 – H2S2

Mit den beiden «H» für Hellmüller und Hendriksen sowie den beiden «S» für Sisera und Stulz hat sich in H2S2 ein Quartett mit einer überaus spannenden Konstellation gefunden. Die Band langjähriger Freunde pflegt ein starkes Interplay und besticht durch energetische Kollektivimprovisationen, knallige Grooves und eine gepflegte Klangästhetik. Das Repertoire enthält Kompositionen von Hellmüller und Hendriksen sowie Stücke verschiedener zeitgenössischer Jazzmusiker. Das Debütalbum Dance In Town erschien kürzlich auf Meta Record. | Line-Up: Alex Hendriksen, Saxofone; Franz Hellmüller, Gitarre; Luca Sisera, Bass; Michi Stulz, Schlagzeug.

08 – KONVEX

Die Band verbindet Groove Music mit Balladen. Ihre Musik bezeichnen die drei Musiker als Bouncejazz und meinen damit eine
 von Hip Hop, Funk und Soul geprägte Variante des Jazz. Die Besetzung mit Piano/Rhodes, E-Bass, Schlagzeug und dezent eingesetzter Elektronik ermöglicht klangliche Vielfalt und rhythmische Verspieltheit, die die Bandmitglieder auch gekonnt zu nutzen wissen. Da werden Balladen zu weiten, lyrischen
 und eleganten Sound-Landschaften. Vertrackte Rhythmen spielt Konvex leicht und lustvoll und unterlässt es auch nicht, dazwischen mächtig Gas zu geben.
 | Line-Up: Marco Jeger, Keyboards; Tonee Schiavano, Bass; Flo Reichle, Schlagzeug.

09 – URS BOLLHALDER TRIO

Als Urs Bollhalder im Swiss Youth Jazz Orchestra auf Grössen wie Randy Brecker und Franco Ambrosetti traf, war er selbst noch Trompeter. Daneben hatte er schon einige Jahre Piano gespielt und ist heute vor allem als Pianist, sei es als Bandleader oder Sideman, zu hören. Zusammen mit Lionel Friedli wirkt Bollhalder unter anderem im aktuellen Quintett des bekannten Bassisten Heiri Känzig mit. Mit seinem eigenen Trio spielt er seine Kompositionen und vermischt auf lyrische Art und Weise 
zeitgenössischen Jazz mit Elementen klassischer Musik und Folk. | Line-Up: Urs Bollhalder, Klavier; Raffaele Bossard, Bass; Christoph Müller, Schlagzeug.

 

2008

GEWINNER

01 – HILDEGARD LERNT FLIEGEN

Die Combo um den Berner Sänger Andreas Schaerer besticht durch den Verzicht auf ein Harmonieinstrument. Die lustvoll gespielten Kompositionen sind ein Potpourri quer durch die Stile und bewegen sich zwischen komplexer Polymetrik, balladesken Klangkörpern, Kammermusik, Noise Art, Polka und Jazz. Hier wartet eine witzige und fantasievolle Band mit Mut zum Risiko auf ein neugieriges Publikum. | Line-Up: Andreas Schaerer, Kompositionen, Gesang; Mathias Wenger, Saxofone, Flöte; Patrick Schnyder, Saxofone, Flöte, Kontrabassklarinette; Andreas Tschopp, Posaune; Marco Müller, Bass; Christoph Steiner, Schlagzeug, Glockenspiel, Special Effects.

FINALIST #1

02 – JALAZZ

Die vier jungen St. Galler von Jalazz wirken als Hausband des St. Galler Jazzclubs Gambrinus. Doch nicht nur das, gelten sie doch auch als wohl aufregendstes und erfrischendstes Jazzensemble im Grossraum St. Gallen. Mit ihrem lustvollen und kompakten Spiel verschmelzen sie zu einer faszinierenden Einheit und lassen sich vom Impressionismus, Bebop, Hardbop und Free Jazz genauso beeinflussen wie von afrokubanischen Rhythmen. Das ist Contemporary Jazz im besten Sinne, gespielt von einer demokratischen Band, in der sämtliche Bandmitglieder Kompositionen beisteuern. | Line-Up: Stefan Widmer, Saxofone; Fabian Mueller, Klavier; Dusan Prusàk, Bass; Jan Geiger, Schlagzeug.

FINALIST #2

03 – VERA KAPPELER TRIO

Die in Winterthur wohnhafte Baslerin Vera Kappeler gehört derzeit zu den interessantesten jungen Schweizer Pianistinnen. Die Basis für ihr Triorepertoire bilden bluesige Traditionals und nostalgische, hymnische Weisen, aber auch schroffe, kantige Free-Themen. Hinzu kommen selten gespielte Jazzstandards, etwa von Jerome David Kern, die sich auch im Blues-, Country- oder Folk-Kontext interpretieren lassen. Die Klaviertriobesetzung erweitert die klassisch ausgebildete Kappeler durch zusätzliche Instrumente (Harmonium, Dobro, Toy-Piano u.a.). | Line-Up: Vera Kappeler, Klavier; Simon Gerber, Bass; Lionel Friedli, Schlagzeug.

FERNER SPIELTEN

04 – ANTISEPPIC

Gewandt flitzt das Oktett durch schräg-süffige Arrangements. Das erfrischende Spektakel enthält Jazzballaden, Rock Tunes, stolpernde Takte und hüpfende (Reggae-)Grooves. Die Möglichkeiten der vierköpfigen Horn Section schöpft Bandleader und Posaunist Seppi Käppeli genussvoll aus und hält sich damit selbst gehörig auf Trab. Mit viel Lust an Groove und Klang erreicht die Band einen beachtlichen Energiepegel. | Line-Up: Seppi Käppeli, Posaune, Arrangements, Kompositionen; Matt Stämpfli, Trompete, Flügelhorn; Marc Stucki, Saxofone; Corinne Windler, Saxofone; Peter Estermann, Fender Rhodes; Markus Meier, Gitarre; André Pousaz, Bass; Lionel Friedli, Schlagzeug.

05 – FIVE ON FIRE

Das Quintett spielt eingängige Melodien mit Jazzharmonik über Funk- und Jazz-Grooves. Arrangements und Kompositionen stammen aus der Feder von Daniel Gubelmann. Der 30-jährige Saxofonist und Kopf der Band, der an der Swiss Jazz School in Bern und an der Hochschule für Musik Zürich studierte, liess sich auf Reisen in ferne Länder für das aktuelle Programm inspirieren. Die Musik von Five On Fire lädt zum Träumen und Tanzen ein, und feurige Soli kommen garantiert nicht zu kurz. | Line-Up: Daniel Gubelmann, Saxofone; Bernhard Bamert, Posaune; Marco Dreifuss, Klavier, Fender Rhodes; Peter Leuzinger, Bass; David Beglinger, Schlagzeug.

06 – JADE

Die Musik von Jade vereint Jazzsongs mit modernen Pop-, Funk-, Drum’n’Bass-, Latin- und Rock-Grooves. Mal weich und luftig, dann wie­der hart und dicht, stets stimmungsvoll und dynamisch erklingen die Stücke des Berner Bandleaders und Schlagzeugers Martin Stadelmann. Jade lebt aber auch von der Sängerin Sibylle Fässler, die es fürs Zürcher Publikum noch zu entdecken gilt. Sie ist eine der herausragenden jüngeren Schweizer Vokalistinnen im Grenzbereich zwischen Pop und Jazz. | Line-Up: Martin Stadelmann, Schlagzeug, Perkussion, Kompositionen; Sibylle Fässler, Gesang, Lyrics; Dave Scherler, Fender Rhodes; André Pousaz, Bass; Guest: Carlo Niederhauser, Cello.

07 – MATTHIAS SIEGRIST QUARTET

Faszinierende Improvisationen treffen auf intensive, kollektive Stimmungsbilder; sorgfältig arrangierte Themen auf energiegeladenes Interplay. Der renommierte Wiener Gitarrist Wolfgang Muthspiel sagt über den jungen Zürcher Gitarristen: «Matthias Siegrist ist drauf und dran, eine ganz eigenständige Stimme auf seinem Instrument zu werden. Harmonischer Reichtum, ein herausragendes Gefühl für Timing und Phrasierung und seine individuellen, poetischen Kompositionen machen ein Konzerterlebnis (...) zu einer spannenden Reise.» | Line-Up: Matthias Siegrist, Gitarre; Gabriel Dalvit, Saxofone; Richard Pechota, Bass; Andreas Schmid, Schlagzeug.

08 – MOETZGROUP

Die unkonventionelle Besetzung mit Gitarre, Posaune und Schlagzeug verleiht der Formation einen besonders transparenten Sound. Dank ihrer eigenständigen Klangästhetik hat sich Moetzgroup innerhalb der Szene bereits einen klingenden Namen gemacht. Hier als Bandleader des eigenen Trios im Einsatz, ist Andi Mötz nicht nur als versierter Sideman gefragt, sondern auch als Urheber einiger beachtlicher Kompositionen und Arrangements. Mit dabei: Andreas Tschopp, einer der meistbeschäftigten und vielseitigsten Trombonisten, sowie Michael Bucher, Bandleader und Produzent mit bestem Ruf. | Line-Up: Andi Mötz, Schlagzeug; Michael Bucher, Gitarre; Andreas Tschopp, Posaune.

09 – SIMON WYRSCH QUARTET

Hier treffen vier Musiker mit unterschiedlichem musikalischem Background aus verschiedenen Altersklassen aufeinander. Der erst 23-jährige Simon Wyrsch rückt mit dieser Band die eher selten eingesetzte Klarinette ins aktuelle Licht des Modern Straight Ahead Jazz. Wyrsch tut dies mit viel Kompetenz und als begnadeter Improvisator, der das gesamte Spektrum des Instruments beherrscht. Das Quartett präsentiert eine bunte Mischung aus Eigenkompositionen und auserlesenen Standards. | Line-Up: Simon Wyrsch, Klarinette; Armin Stierli, Klavier; Willi Frauenfelder, Bass; Lukas Mantel, Schlagzeug.

10 – TROJA

2003 wurde das Trio vom heute 30-jährigen Surseer Pianisten Peter Zihlmann ins Leben gerufen. Es spielt bewusst mit Stimmungen – gerne mit nordisch-melancholischen. Das Repertoire von Troja, ausschliesslich Eigenkompositionen des Bandleaders, ist enorm vielfältig. Da wechseln sich funkige, energetische Passagen mit fast kammermusikalischen, folkigen Sequenzen ab. Mal ist die Musik luftig schwebend, dann wieder dicht und erdig. Durch ihren breiten musikalischen Background verstehen es die drei Musiker gekonnt, dies alles zu einem homogenen Gesamtbild verschmelzen zu lassen. | Line-Up: Peter Zihlmann, Klavier; Patrick Sommer, Bass; Tobias Friedli, Schlagzeug.

 

2007

GEWINNER

01 – TRE

Eine Posaune, ein Schlagzeug, ein Saxofon – fertig ist die Band. Frech, eigensinnig und kreativ präsentiert sich die Musik des Zürcher Trios Tré. Christian Niederer, Bernhard Bamert und Thomas Lüthi haben ihren Stil gefunden, der durch Humor und Improvisationsfreude besticht. Tré-Musik ist ein witziges Konglomerat aus vielen Clichés. Mardi Gras-Einlagen wechseln mit Bebop-Lines, Freejazzelemente treten in Dialog mit volkstümlichen Melodien und klassischer Musik. Mal laut polternd und röhrend, dann wieder leise und subtil. | Line-Up: Bernhard Bamert, Posaune; Thomas Lüthi, Tenorsaxofon; Christian Niederer, Schlagzeug.

FINALIST #1

02 – KEROUAC

Innovativ und eigenständig präsentiert sich das Quartett um den jungen Tenorsaxofonisten Michael Jaeger. Kerouac spielen kraftvolle improvisierte Musik, Jazz zwischen Chaos, Stille und herzerwärmenden Melodien. Mit der neuen CD «Erfindungen» (Unit Records) hat die Band ein packendes Debut hingelegt. Jaeger, Luca Sisera und Norbert Pfammatter spielten und improvisierten während längerer Zeit wöchentlich miteinander. Die in dieser Zeit entwickelte Musik bildet die Grundlage ihres aktuellen Programms. | Line-Up: Michael Jaeger, Tenorsaxofon; Vincent Membrez, Klavier; Luca Sisera, Bass; Norbert Pfammatter, Schlagzeug; featuring Nat Su, Altsaxofon.

FINALIST #2

03 – OLI KUSTER KOMBO

Der Pianist und Keyboarder Oli Kuster wurde bekannt als Sideman in Bands wie Züri West oder bei Mich Gerber. Hier präsentiert er sein eigenes akustisches Jazzquartett. Seine Kompositionen sind verspielt, und das Spektrum reicht von kammermusikalischen Duos bis zu offenen Improvisationsparts jenseits des 4/4-Takts. Die Klarinette von Jürg Bucher mit ihrer prägnanten, spröden Klangfarbe verleiht Kusters Musikwelten bezaubernde Schönheit. Soeben hat die Kombo bei Unit Records das Album «Oerlikon» veröffentlicht. | Line-Up: Oli Kuster, Klavier; Jürg Bucher, Klarinette; Lorenz Beyeler, Bass; Dominic Egli, Schlagzeug.

FERNER SPIELTEN

04 – ROMAN NOWKA’S HOT 3

Der erst 26-jährige Bieler Gitarrist Roman Nowka, der auch hervorragend Bass spielt, war bereits mit dem «Lucien Dubuis Crossover Jazz Trio feat. Marc Ribot» im Moods zu hören. Mit seinem eigenen Trio machte er unter anderem mit einer gelungenen Hommage an Thelonious Monk von sich reden (CD «Do Da Monk», Eigenvertrieb). Nach einem Abstecher in die Welt der legendären Motown-Songs hat sich Nowka nun den Kompositionen von Duke Ellington angenommen. Seine frechen und doch respektvollen Interpretationen haben Speed und Witz. | Line-Up: Roman Nowka, Gitarre; Simon Gerber, Bass; Tobias Schramm, Schlagzeug.

05 – MEMELLOW

Die Band nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch Südeuropa. Auf dem CD-Erstling «Heading South», erschienen beim deutschen Label Laika Records, thematisiert Bandleader und Gitarrist Urs Bachthaler das Unterwegssein im Süden. Stilistisch gehören dazu genauso Elemente aus der spanischen und italienischen Rap- und Popszene wie die Liebe zum hart swingenden Jazz. Live wird Memellow durch den französischen Rapper Miron verstärkt. | Line-Up: Urs Bachthaler, Gitarre; Alex Hendriksen, Saxofone; Thomas Bauser, Piano; Kaspar von Grünigen, Bass; Lorenz Hunziker, Schlagzeug; Michael Wipf, Perkussion; Miron Landreau, Gesang.

06 – MICHAEL NEFF GROUP

In New York lernte Michael Neff Eddie Henderson (Herbie Hancock Sextet) und Mike LeDonne (Benny Golson) persönlich kennen. So kommt seine eigene Musik in bester Hardbop-Tradition daher: groovebetont, aber nicht ohne zeitgenössische Einflüsse. Auf dem 2005 erschienenen Album «Winemoods» (amiata emozioni) überzeugt die Band mit ruhigen Balladen und inspirierten Eigenkompositionen. Nebst dem Bandleder Neff und der ausdrucksstarken Sängerin Maria Gstrein glänzt vor allem Saxofonist Reto Suhner als Solist und Improvisator. | Line-Up: Michael Neff, Trompete, Flügelhorn; Maria Gstrein, Gesang; Reto Suhner, Saxofone; Markus Bischof, Klavier; Ralph Hufenus, Bass; Stefan Willi, Schlagzeug.

07 – HELLMÜLLER SISERA RENOLD

Der Gitarrist Franz Hellmüller und der Bassist Luca Sisera arbeiten seit Jahren intensiv zusammen und haben kürzlich bei Atrisuoni die CD «home» veröffentlicht. Daneben machten sie sich als Gespann in zahlreichen Projekten wie etwa dem «Lisette Spinnler Quintett» einen Namen. Im Trio mit Drummer Tony Renold spielen sie so, wie es ihnen am meisten Spass macht: Mit Spontaneität und viel Energie verbinden sie Elemente aus der freien Improvisation mit solchen zeitgenössischer Musik und kreieren daraus eine spannende Mixtur. | Line-Up: Franz Helllmüller, Gitarre; Luca Sisera, Bass; Tony Renold, Schlagzeug.

08 – CHRISTIAN MÜNCHINGER QUARTET

Bei TCB hat Tenorist Christian Münchinger im letzten Herbst sein viertes Album «Balanced Action» herausgebracht. Seit Jahren pflegt Münchinger mit Hingabe den «straighten» Jazz und spielte unter anderem mit Grössen wie Franco Ambrosetti, Joe Lovano und George Gruntz. Seine neuesten geschmackvollen Kompositionen für sein eigenes Quartett berühren die verschiedensten musikalischen Stilrichtungen, sind aber immer klar der Tradition des Jazz verpflichtet. Die Band überzeugt durch ein äusserst dynamisches Interplay. | Line-Up: Christian Münchinger, Tenorsaxofon; Christoph Stiefel, Klavier; Fabian Gisler, Bass; Elmar Frey, Schlagzeug.

09 – BUCHER SOMMER FRIEDLI

Das Trio um den jungen Zürcher Gitarristen Michael Bucher legt grosses Gewicht auf komplexe Grooves, die den herkömmlichen Jazzrahmen sprengen. Buchers Kompositionen und jene des Bassisten Patrick Sommer schaffen die Rahmenbedingungen für die improvisatorischen Exkurse und den Spielwitz der drei Bandmitglieder. Die Tradition der Standards wird hier auf eigenständige Weise in einem steten «Work in progress» weiterentwickelt, und trotz stilistischer Vielfalt bleibt doch immer der unverkennbare BSF-Kollektivsound erhalten. | Line-Up: Michael Bucher, Gitarre; Patrick Sommer, Bass; Tobias Friedli, Schlagzeug.

10 – THE LOST SOULS

Die Musik der «verlorenen Seelen» ist gekennzeichnet von grossen harmonischen Bögen, rhythmischem Fluss und so einfachen wie schönen Melodien. Der Bandleader und Bassist Tobias von Glenck hat seine spielfreudigen und versierten Mitmusiker mit Bedacht ausgewählt. Die Idee der verlorenen Seele, die in einem Augenblick beliebig lang verweilen kann, hat sich von Glenck bei der Kompositionsarbeit zum Leitfaden gemacht. The Lost Souls vertonen diese sympathisch entrückte Gemütsverfassung – eindrucksvoll und verspielt. | Line-Up: Rafael Schilt, Tenorsaxofon; Stefan Rusconi, Keyboards; Tobias von Glenck, Bass; Raphael Pedroli, Schlagzeug.

 

2006

GEWINNER

01 – MANUEL MENGIS GRUPPE 6

Manuel Mengis (*1972) ist nicht nur ein hervorragender Musiker, sondern auch ein charaktervoller Solist und abenteuerlustiger Arrangeur/Komponist. Vor einem halben Jahr hat der Abgänger der Jazzschule Luzern mit seiner Gruppe 6 das beherzte Debütalbum «Into the Barn» veröffentlicht, und dies beim renommierten Label «HatHut», das sonst auf arrivierte Künstler setzt. Die Gruppe 6 ist eine zeitgenössische Version der Orchester von Duke Ellington oder Charlie Mingus und integriert aktuelle Einflüsse aus Noise und Elektronik. Der Walliser Manuel Mengis versteht es gekonnt, zwischen geballter Wucht und kammermusikalischer Poesie zu variieren. Seine Kompositionen sind so gestaltet, dass die unterschiedlichen stilistischen Neigungen seiner Mitmusiker optimal zur Geltung kommen. | Line-Up: Manuel Mengis, Trompete; Achim Escher, Altsax; Roland von Flüe, Tenorsax, Bassklarinette; Flo Stoffner, Gitarre; Marcel Stalder, Bass; Lionel Friedli, Schlagzeug.

FINALIST #1

02 – QTRIO

Qtrio, das sind die Gebrüder Brian, Nolan und Simon Quinn aus Lugano. Die drei jungen, hochbegabten Musiker (Jahrgang 1981, 1986 und 1988) vermengen Elemente aus Drum‘n’Bass und elektronischen Klängen mit akustischem Jazz. Die fein strukturierten Eigenkompositionen bestehen aus Interludien und Ostinati und lassen der individuellen und kollektiven Improvisation weiten Raum. Das Resultat ist groovebetonte Musik, in der auch ein gelegentliches Augenzwinkern nicht fehlt. Dass sich die drei Quinns in- und auswändig kennen, spürt das Publikum auf Anhieb. Das alles klingt frisch und modern, und das durchgreifende Element ist der Rhythmus. Im letzten Jahr erschien bei Altrisuoni «On Que», das erste Album des Trios, das 2005 bereits den «Nescafé Gold Award» gewann und 2007 auch im Rahmen des Festivals «Suisse Diagonale Jazz» spielen wird. | Line-Up: Nolan Quinn, Trompete, Rhodes; Simon Quinn, Bass; Brian Quinn, Schlagzeug, Vibrafon.

FINALIST #2

03 – RUSCONI TRIO

Das Trio spielt aktuellen Jazz im besten Sinne. Musik mit viel Energie, die trotz ihrer Komplexität federleicht daherkommt. Das Triospiel ist homogen und erzeugt mit kantiger Rhythmik, voluminösen Sounds und spannendem Interplay starke Stimmungen, intensive Klangfarben und eine Menge Groove. Die Kompositionen des gerade mal 27-jährigen Pianisten und Bandleaders Stefan Rusconi aus Zürich sind ausgereift, zeugen von hoher Musikalität, diskretem Charme und leisem Humor. Der Pianist, der sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater Zürich abschloss, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Im September 2002 gewann er den Hauptförderpreis der Masterclasses «Generations 2002» in Frauenfeld und ein Jahr später den Förderpreis der «Friedl-Wald-Stiftung». Seit seiner Gründung im Jahr 2001 spielt das Trio in namhaften Jazzclubs der Schweiz sowie in Deutschland und Italien und wurde auch bereits vom Zürcher Kammerorchester verpflichtet. | Line-Up: Stefan Rusconi, Klavier; Fabian Gisler, Bass; Claudio Strüby, Schlagzeug.

FERNER SPIELTEN

04 – MARCEL SCHÄRLI / DANIEL SIDLER QUARTET, «ELEMENT»

Das Projekt «Element» lebt vorwiegend von den einfühlsamen Kompositionen der beiden Ostschweizer Marcel Schärli und Daniel Sidler. Das Repertoire besteht aus Tunes, die die Tradition der Jazzstandards mit den Errungenschaften der Postbop-Ära verbinden. Aussergewöhnliche, harmonische Verbindungen, atmosphärische Texturen, fliessende Rhythmen und gefällige Melodien werden hier zu eigenständigen, persönlichen Werken. «Element», das ist lyrischer und gleichzeitig expressiver Jazz mit einer ausgesprochen akustischen, kammermusikalischen Note. | Line-Up: Daniel Sidler, Saxofone, Klarinette; Marcel Schärli, Klavier; Ralph Hufenus, Bass; Felix Perret, Schlagzeug.

05 – HA-P PFAMMATTERS SCOPE

Der Komponist und Pianist Hans-Peter Pfammatter fühlt sich in stillen wie in unruhigen Gewässern wohl. Sein Engagement in so unterschiedlichen Formationen wie Christy Doran’s «New Bag», «Dom» oder dem Gilbert Paeffgen Trio zeugt davon. Mit Scope tritt der Luzerner als innovativer Bandleader in Erscheinung. Die ungewöhnliche Besetzung mit Elektro- sowie Akustik-Bass, Bassklarinette, Keyboard und Schlagzeug richtet das Betrachtungsfeld (Scope) auf Ton, Klang und Kollektiv. Da überlagern filigrane Tontüfteleien freche Punkbeats, und vertraute Muster lösen sich in überraschenden Soundapokalypsen auf. | Line-Up: Hans-Peter Pfammatter, Keyboards, Elektronics; Lucien Dubuis, Bassklarinette; Urban Lienert, E-Bass; Jonas Tauber, Kontrabass; Lionel Friedli, Schlagzeug.

06 – KAAMA

Die Doppelbesetzung des tiefen Registers durch Elektro- und Kontrabass verleiht dieser Musik den besonderen, warmen Charakter. Kaama spannen weite Bogen musikalischer Ideen, inspiriert von einer breiten Stilpalette wie Ambient, Trip Hop, D’n’B und freier Musik. Kaama tönt geheimnisvoll und heavy zugleich. Zusammengehalten wird alles durch Katja Mairs eindringliche Texte und durch verschiedene wiederkehrende musikalische Elemente. Die Band veröffentlichten ihr Album «Secrets» beim seit kurzem vom Jazzgitarristen Harald Haerter geführten Label «Unit Records». | Line-Up: Katja Mair, Gesang; Christy Doran, Gitarre; Peter Gossweiler, Kontrabass; Plamen Blagoev, E-Bass; Marc Halbheer, Schlagzeug.

07 – LSD-3

LSD-3 ist das Projekt des Winterthurer Tastenkünstlers Marcel Thomi und knüpft an das klassische Orgeltrio im Jazzkontext. An die Stelle der Gitarre tritt hier aber, eher untypisch, das Saxofon. Mit dem Einsatz von alten und neuen Soundkomponenten wie Analogsynthesizer, Delays, Saxsynthi, Oktaver und Wah-Wah stossen die drei Musiker in neue Gefilde vor. Elemente von Modern Jazz stehen unüberhörbar neben Mustern von Fusion und zeitgenössischem Jazz. LSD-3 fahren dabei unbeschwert mit fadengraden Grooves ab. Die Jazzcombo mit den erfrischenden Rockattitüden stellte im Moods ihr Debutalbum «Endless Journey» bei «Brambus Records» vor. | Line-Up: Marcel Thomi, Hammondorgel, Synthi, Keyboards; Raffaele Lunardi, Saxofone; Peter Haas, Schlagzeug, Perkussion.

08 – MARION DENZLER

Die Zürcherin Marion Denzler ist eine der spannenden neuen Stimmen im Schweizer Jazz. Die 32-jährige, die 2003 die Jazzschule Zürich abschloss, überzeugt durch ihren warmen und ausdrucksstarken Gesang und beruft sich auf so unterschiedliche Vorbilder wie Rachelle Ferrell, Dianne Reeves und Ella Fitzgerald. Seit ihrer Debüt-CD «With every breath I take» vor einem Jahr begeistert sie ein immer grösseres Publikum. Denzler schlägt souverän die Brücke zwischen traditionellem und zeitgenössischem Jazzgesang. Als Mitmusiker hat sie die Crème de la Crème der Schweizer Jazzszene um sich geschart. | Line-Up: Marion Denzler, Gesang; Adrian Frey, Klavier; Herbie Kopf, Bass; Tony Renold, Schlagzeug.

09 – PIUS BASCHNAGEL «INFLUENCES»

Pius Baschnagel ist bekannt als leidenschaftlicher Leader der Salsa- und Latinband «Convergencia», als begnadeter Drummer des Zurich Jazz Orchestra und als Sideman in zahlreichen Projekten in- und ausländischer Musiker. Mit «Influences» präsentiert er jetzt sein «Jazz»-Debütalbum «Motions & Emotions» (Altrisuoni). Der 35-jährige würzt seine Kompositionen mit Elementen aus Jazz, Latin, Reggae und Funk. Groove, Schönklang und Unisonopassagen stehen im Wechselspiel mit Improvisation und solistischen Ausbrüchen der aussergewöhnlichen Solisten. Die Band lebt vom Drive und dem eindringlichen Interplay. | Line-Up: Pius Baschnagel, Schlagzeug; Reto Suhner, Saxofone; Jean-Paul Brodbeck, Klavier; Leon Duncan, Bass.

 

2005

GEWINNER

01 – ERB_GUT

Die Schweizer Jazzschulen sind zu regelrechten Talentschmieden geworden. Dabei hat jede ihre eigenen stilistischen Schwerpunkte. Die Luzerner Jazzschule, an welcher der dreissigjährige Tenorsaxofonist Christoph Erb sein Diplom erlangt hat, geht mehr in die experimentelle Richtung und unterstützt kreative Suchprozesse. So erstaunt es nicht, dass Erbs vor fünf Jahren gegründete Band «erb_gut» komplexe suitenartige Eigenkompositionen aufführt, in denen aus vielen Mosaiksteinchen eine eigene Stilmischung entsteht. Die Ingredienzen der Erbschen Mixtur sind Free Funk, Jazzrock und Free Jazz, die resultierende Musik wurde von einem Rezensenten mal als «urbaner pulsierender Jazz» mit viel Raum für Interplay beschrieben. Dabei spielt die Band, die im Kollektivspiel eine besondere Stärke entwickelt hat, zwischendurch auch mal lyrische Balladen. Mit dabei sind nicht nur junge Nachwuchsmusiker, sondern auch ein alter Hase der Schweizer Jazzszene: der glänzende Schötzer Trompeter und Flügelhornspieler Peter Schärli, der gerne mit dem Bandleader Erb dialogisiert. Aufmerksamen Hörern werden die zahlreichen Zitate auffallen, die Erb besonders gerne einsetzt. | Line-Up: Christoph Erb, Tenorsaxofon; Peter Schärli, Trompete und Flügelhorn; Markus Stalder, Gitarre; Ralf Sonderegger, Bass; Julian Dillier, Schlagzeug.

FINALIST #1

02 – GUINEA-PIG

Der Name dieser Band bedeutet auf Deutsch «Versuchskaninchen» und will darauf hindeuten, dass die vier Mitglieder gerne experimentieren und neue Wege suchen. Neue Wege heisst: In langen Jam Sessions und Proben werden eigenwillige Eigenkompositionen erarbeitet, die letztendlich zum charakteristischen Bandsound führen. Dabei stehen Duo-Improvisationen der beiden Bläser über oft in ungeraden Metren gehaltene Grooves der beiden Rhythmiker im Vordergrund. Auf ein Harmonieinstrument (also zum Beispiel ein Klavier oder eine Gitarre) wird bewusst verzichtet, sodass die beiden Bläser mehr Freiheit für improvisatorische Höhenflüge bekommen. Ein weiteres Markenzeichen der Band sind die zuweilen folkloristisch anmutenden Melodien, die den Kompositionen zugrunde liegen. Die vier jungen Musiker verkörpern auch was ihre Ausbildung anbelangt ihre Generation – haben doch alle sowohl ein «klassisches» Studium als auch eine Jazzausbildung absolviert. Die beiden Bläser gelten in der Jazzszene übrigens bereits als «first calls», also als diejenigen, die zuerst angerufen werden, wenn ein routinierter Saxofonist oder Posaunist gesucht wird. Das Quartett hat folgendes Credo formuliert: «Mit Respekt vor der Tradition wollen wir Neues erschaffen». | Line-Up: Thomas Lüthi, Tenorsaxofon; Bernhard Bamert, Posaune; Andreas Zitz, Kontrabass; Tobias Friedli, Schlagzeug.

FINALIST #2

03 – SCHWERER EGON

Die Musiker des Sextetts mit dem eigentümlichen Namen «Schwerer Egon» sind Absolventen der Jazzschulen Luzern, Basel und Bern. Der Bandleader Chrigel Bosshard beschreibt seine Musik mit dem Begriff «Hardcore Jazz» und spricht von Groove, kompaktem Sound und von purer Spielfreude. Nun sagen all diese Worte relativ wenig aus, weshalb wir hier zwei gestandene Zürcher Jazzmusiker zitieren wollen, die Löbliches zu berichten haben. Der international bekannte Ustermer Drummer Lucas Niggli sagt: «Schwerer Egon ist eine unglaublich groovende Band, die es schafft, komplexe Beats und feine Sounds kraftvoll und leichtfüssig über die Rampe zu bringen, sodass kein Body ruhig bleibt und Futter fürs Hirn mit dabei ist.» Und der wohl bekannteste Zürcher Pianist Chris Wiesendanger kommentiert: «Ein frecher und erfrischender Mix aus Jazz, Funk und Rock, sich kaum merkbar verzahnenden, ungeraden Metren, Anklänge an M-Base, inspirierten, auch kollektiven Solos und einem immer treibenden Beat. Chrigel Bosshards Schlagzeugspiel hält das Ganze kongenial zusammen und führt die Musiker in immer wieder neue, unerwartete Richtungen.» | Line-Up: Andreas Tschopp, Posaune; Joy Frempong, Gesang; Sascha Leuenberger, Gitarre; Simon Kaufmann, Bass; Dario «El Negro» Sisera, Perkussion; Chrigel Bosshard, Schlagzeug und Bandleader.

FERNER SPIELTEN

04 – DUB SPENCER & TRANCE HILL

Der Bandname lässt auf Cowboy-Musik schliessen, doch weit gefehlt! Der hochbegabte und äusserst vielseitige Innerschweizer Saxofonist und Elektroniker Adi Pflugshaupt (Kubus) und seine Kollegen reiten nicht gemächlich über die Prärie, sondern rasen durch urbane Gefilde. Da sind die Stichworte «Dub» und «Trance» schon viel aufschlussreicher. Die drei Freunde erarbeiten ihre Ideen im Studio. Dort nehmen sie Minialben auf und entwickeln Grooves und Stücke, die ihnen im Konzert als Basis für Improvisationen dienen. Viel Raum wird da aufgespannt und eine Trance-Atmosphäre entsteht. Gleichzeitig aber – und das lässt der Bandname ja auch erwarten – lieben die drei Dub-Freaks auch den Schalk. Wie die Musiker sagen: «Acht Fäuste für ein Halleluja! Die Anfangsszene aus ’Spiel mir das Lied vom Tod’, in der ein schlecht rasierter Typ cool-lethargisch mit einer lästigen Fliege kämpft, würde zu uns passen.» | Line-Up: Adi Pflugshaupt, Saxofone und Elektronik; Masi Stalder, Bass; Christian Niederer, Schlagzeug.

05 – ELLIOT

Praktisch alle Jazzmusiker der jüngsten Generation sind stark von der Rockmusik geprägt – was ja schliesslich auch beweist, dass der Jazz eine lebendige, sich stets weiterentwickelnde Kunstform ist. Zu diesen Musikern gehört der junge Luzerner Gitarrist Gregor Heini, der die Jazzschule Luzern absolviert hat. Dort hat er auch die Musiker kennen gelernt, die Mitglieder seiner Band «Elliot» geworden sind – allesamt Namen, von denen auch eingefleischte Jazzfans bisher kaum gehört haben dürften. Das heisst aber nicht, dass die Musik von «Elliot» unausgereift oder dilletantisch wirkt – ganz im Gegenteil: Heini, der für alle Kompositionen verantwortlich zeichnet, scheint ganz klare Ideen davon zu haben, was er hören und spielen will und wie er diese Ideen optimal umsetzt. Heinis Stücke bestehen aus komponierten und arrangierten Teilen, die durch Improvisationen ergänzt und weiterentwickelt werden. Heini sagt zu seiner Musik: «Die Improvisation wird mit rockigen, fliessenden oder zerschnittenen Grooves, mit Harmonien und freien Stellen vermischt. Sie stürzt den Song vom Schönen ins Chaos und umgekehrt, lässt feste Strukturen verändern und spielt mit Farben und Stimmungen.» | Line-Up: Gregor Heini, Gitarren; Marc Stucki, Tenor- und Sopransaxofon; Andy Meili, Keyboards; Simon Kaufmann, Elektrobass; Tobias Hunziker, Schlagzeug.

06 – ADRIAN FREY SEPTETT

Adrian Frey ist einer der routiniertesten Pianisten der Modern Jazz-Szene Zürichs. Frey, eigentlich Aargauer, hat am Konservatorium Zürich studiert und sich am New England Conservatory in Boston bei Ran Blake, Jerry Bergonzi und George Russell weitergebildet. Die Liste der Musiker, die er im Laufe seiner Karriere begleiten durfte, beeindruckt. Was aber viele Jazzfans nicht wissen: Der bescheiden wirkende Frey ist auch ein hervorragender Komponist und Arrangeur, der kontrastreiche, wohlklingende und farbenfrohe Bläsersätze schreibt. Diese basieren auf mal lyrisch-balladesken, mal vital treibenden Grooves, die häufig Latin-Einflüsse spüren lassen. Das Septett Freys ist eine wahre Allstar-Band, in welcher viele der Musiker sitzen, die sich in der Zürcher Modern Jazz-Szene einen Namen gemacht haben. Dabei hat Frey sorgfältig darauf geachtet, dass unterschiedliche Temperamente vertreten sind. So spielt der melodieverliebte Trompeter Daniel Schenker neben dem energetischen Posaunisten Bernhard Bamert, der lyrische Saxofonist Jochen Baldes neben seinem funkenversprühenden Kollegen Reto Suhner. Letzter gilt für viele Fans und Kritiker als die Jazzentdeckung der letzten Jahre. Auch die Rhythmusgruppe, bestehend aus dem Bassisten Fabian Gisler und dem Drummer Dominik Burkhalter, gehört zu Zürichs Crème de la crème. | Line-Up: Daniel Schenker, Trompete und Flügelhorn; Reto Suhner, Altsaxofon und Klarinette; Jochen Baldes, Tenorsaxofon und Klarinette; Bernhard Bamert, Posaune; Adrian Frey, Klavier, Komposition und Arrangements; Fabian Gisler, Kontrabass; Dominik Burkhalter, Schlagzeug.

07 – GABRIELA FRIEDLI QUINTETT

Es wird oft bedauert, dass in der Schweiz bei aller Kleinräumigkeit Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Regionen oder Landesteilen kaum miteinander in Kontakt sind. Als Mitinitiant hat Moods deshalb das Festival «Suisse Diagonales Jazz» ins Leben gerufen, das die verschiedenen Szenen näher zueinander rücken soll. Das Quintett der Avantgarde-Pianistin Gabriela Friedli ist in dieser Beziehung vorbildlich, arbeiten doch darin Musiker aus Genf, Aarau und Zürich in Eintracht zusammen. Ausserdem vertreten die fünf Musiker verschiedene Szenen. Die Pianistin Gabriela Friedli und den Drummer Marco Käppeli kennt man aus dem Umfeld der Zürcher WIM (Werkstatt für Improvisierte Musik), wo sie unter anderem Teil von Omri Ziegeles Ensemble «Billiger Bauer» bilden. Der Blechbläser Ian Gordon-Lennox, der unter anderem das selten gehörte Euphonium spielt, fühlt sich in unzähligen Idiomen zwischen Free und Modern Jazz zuhause. Und der Gitarrist Vinz Vonlanthen experimentiert auf dem Humus des progressiven Rock. Das Quintett spielt sowohl ausgeschriebene Kompositionen und Arrangements, um dann wieder spontan zu improvisieren. Wie die Bandleaderin schreibt: «Dichte Arrangements folgen auf minimale Parts, Harmonie auf wildes Chaos.» | Line-Up: Gabriela Friedli, Klavier; Ian Gordon-Lennox, Trompete und Euphonium; Vinz Vonlanthen, Gitarre; Jonas Tauber, Bass; Marco Käppeli, Schlagzeug.

08 – TINH NGUYEN QUARTETT

Es fällt auf, dass am diesjährigen ZKB Jazzpreis die Absolventen von Jazzschulen dominieren. Der Werdegang des Berner Pianisten Tinh Nguyen ist diesbezüglich allerdings eher atypisch. Der studierte Architekt, der Kenny Kirkland, Herbie Hancock und Antonio Farao als Vorbilder nennt, ist nämlich ein musikalischer Autodidakt. Dies erstaunt beim Höreindruck umso mehr, denn die Eigenkompositionen des jungen Jazzers wirken reif, harmonisch und äusserst raffiniert, das Klavierspiel flüssig und sicher, die Improvisationen inspiriert. Das Trio, das zunächst vor allem über Standards improvisierte, entstand im Herbst 2000 anlässlich eines Festkonzerts des Gymnasiums Bern-Kirchenfeld. Der Stil des Trios kann als gemässigter Modern Jazz bezeichnet werden. Bald schon wurde aus dem Trio durch den Beizug des glänzenden Tenorsaxofonisten Till Grünewald ein Quartett, das in der Zwischenzeit zahlreiche Preise erspielte und am MIDEM 2003 in Cannes zu hören war. Nguyen charakterisiert seine Musik mit den Attributen energiegeladen, impulsiv, aber auch sensibel, kreativ und offen. In seinen Eigenkompositionen sucht der Pianist nach logisch verzwickten rhythmischen Strukturen und klaren melodiösen Linien sowie nach einem offenen harmonischen Konzept. Als Inspirationsquell nennt Nguyen – wie könnte es auch anders sein? – unter anderem die urbane Architektur. | Line-Up: Tinh Nguyen, Klavier und Komposition; Till Grünewald, Tenorsaxofon; Tevik Kuyas, Kontrabass; Raphael Rhuimy, Schlagzeug.

 

2004

GEWINNER

01 – BRUNO AMSTAD

Der Luzerner Bruno Amstad ist ein mutiger Zeitgenosse. Ganz allein betritt der Sänger die Bühne, um ein abendfüllendes Soloprogramm zu gestalten – von dem einiges spontan improvisiert ist. Allerdings – ein traditioneller Sänger ist Amstad, der ursprünglich Funk und Rock machte, nicht. Als Stimmbandakrobat krächzt, jault, faucht und brummelt er – mal in einer verständlichen Sprache, mal mit geheimnisvollen Urlauten. Und dann beherrscht er die schwierige Technik des Obertongesangs, jene Vokaltechnik, die von Mönchen und Schamanen entwickelt wurde, um zu einer Melodie gleichzeitig ergänzende Töne erklingen zu lassen. Ganz allein ist der phänomenale Musiker auf der Bühne allerdings nicht. Da stehen ein paar blinkende Geräte und Pedale, durch die er seine Stimme jagt. Aus dem Lautsprecher kommen dann die erstaunlichsten Töne. Ausserdem setzt Amstad auf der Bühne einen Sampler ein, der es ihm erlaubt, eine Melodie festzuhalten und diese als schlaufenförmige Begleitfigur immer wieder erklingen zu lassen, während er live dazu improvisiert. Amstad muss man gehört und gesehen haben, um zu glauben, dass ein Mann allein solche Klangwelten in den Raum zu zaubern vermag. | Line-Up: Bruno Amstad, Stimme und Elektronik.

FINALIST #1

02 – COLIN VALLON TRIO

Der erst 23-jährige Colin Vallon ist bereits ein überaus reifer Jazzpianist. Wenn er über Standards improvisiert, entfernt er sich sehr weit von den zugrundeliegenden Changes, verliert aber nie den Grundkontakt und findet immer wieder zur Form zurück. Seine eigenen Kompositionen sind durchweg originell und raffiniert geschrieben. Und auch rein handwerklich verfügt der aus Yverdon stammende Musiker bereits über alles, was ein Jazzpianist braucht. Vallon, der sein Trio seit 1999 betreibt, hat zunächst eine klassische Klavierausbildung genossen. Bereits mit vierzehn Jahren hat er seine grosse Liebe, den Jazz, entdeckt und studierte zunächst beim Jazzpianisten Marc Ueter und in der Folge bei Silvano Bazan und William Evans an der Swiss Jazz School in Bern. Seine Talente scheinen sich herumgesprochen zu haben, hat er doch bereits mit Cracks wie Sandy Patton, Alice Day oder George Robert gespielt. Auf seinen pianistischen Höhenflügen wird Vallon begleitet vom Drummer Raphaël Pedroli und vom Kontrabassisten Lorenz Beyeler – auch sie Absolventen der Jazz-Talentschmiede in Bern. | Line-Up: Colin Vallon, Klavier; Lorenz Beyeler, Kontra­bass; Raphaël Pedroli, Schlagzeug.

FINALIST #2

03 – MATS UP

Hinter dem Wortspiel «Mats Up» versteckt sich zweierlei. Einerseits heisst der Bandleader und Trompeter, der das Septett im Jahre 1999 gegründet hat, Matthias («Mats») Spillmann. Andererseits ist «What’s Up?» – so ungefähr: was gibts Neues? – ein beliebter Gruss zwischen Jazzmusikern. Was also gibts Neues bei «Mats Up»? Nun, das aktuelle Repertoire stammt fast ausschliesslich aus der Feder Spillmanns, der sich selbst an grossen Musikerpersönlichkeiten des klassischen modernen Jazz orientiert. Er nennt da Charles Mingus, John Coltrane und Gil Evans, distanziert sich aber gleichzeitig von jedem Epigonentum. Das Arrangement hat eine grosse Bedeutung in dieser Band, denn die Kombination der vier Bläser (Trompete, zwei Saxophone, Posaune) ermöglicht unzählige Klangfarben und Spielarten, zumal die Kontraste zwischen den Musikerpersönlichkeiten gross sind. Selbstverständlich spielen die Tuttipassagen eine grosse Rolle – aber bei Mats Up kommen auch weder Kollektivimprovisationen noch ausgedehnte Soli zu kurz. Kontraste finden sich aber auch zwischen den einzelnen Kompositionen, die gemäss Spillmann zwischen «beinahe naivem Optimismus und süsser Melancholie» oszillieren, aber immer «sehr groovebetont und energiegeladen» daherkommen. | Line-Up: Matthias Spillmann, Trompete/Flügelhorn; Bernhard Bamert, Posaune; Domenic Landolf, Tenorsaxophon/Bassklarinette; Thomas Lüthi, Tenorsaxophon/Sopransaxophon, Klarinette; Léo Tardin, Klavier; Fabian Gisler, Kontrabass; Dominic Egli, Schlagzeug.

FERNER SPIELTEN

04 – JOCHEN BALDES QUARTETT

Jochen Baldes gehört zur kleinen Gruppe der lyrischen, expressiven Jazzsaxophonisten. Anders als viele seiner Instrumentalkollegen orientiert er sich weniger am omnipräsenten John Coltrane, sondern vielmehr am eher meditativ wirkenden Charles Lloyd, der zurzeit wieder eine grosse Popularität geniesst. Baldes wurde als deutscher Staatsangehöriger in Zürich geboren, studierte an der Swiss Jazz School in Bern bei Andy Scherrer und gehört fest zur Zürcher Szene. Mit seinem Quartett spielt er vor allem Eigenkompositionen – poetische, fragile Stücke mit einer liebenswürdigen Ausstrahlung, die allerdings vollgespickt sind mit raffinierten Wendungen und Ideen. Zum hervorragend eingespielten Quartett, in dem das Interplay eine grosse Rolle spielt, gehören ausser dem Saxophonisten Adrian Frey, einer der vielseitigsten und begabtesten Pianisten der Zürcher Szene, der grundsolide Winterthurer Kontrabassist Christoph Sprenger und der vitale Schlagzeuger Elmar Frey – der übrigens nicht mit dem Pianisten verwandt ist. | Line-Up: Jochen Baldes, Tenorsaxophon und Altklarinette; Adrian Frey, Klavier; Christoph Sprenger, Kontrabass; Elmar Frey, Schlagzeug.

05 – TILL GRÜNEWALD QUARTETT

Seit einigen Jahren entdecken junge Musiker für sich die Jazzgeschichte neu. Es sei dies, so meinen gewisse Jazzhistoriker, die Zeit der Konsolidierung. Und in der Tat, absolut stilistische Revolutionen haben im Jazz seit einiger Zeit nicht mehr stattgefunden. Dies ist allerdings weder neu noch – wie es gewisse Fans und Kritiker haben wollen – verwerflich. Till Grünewald, der Berner Saxophonist zum Beispiel, hat es im stilistischen Umfeld des Hard Bop Jazz zu grosser Meisterschaft gebracht, seine Improvisationen sind stets einfallsreich und spannungsgeladen. Er hat alles, um die Arbeit seines Lehrers Andy Scherrer würdig weiterzuführen. Sein aktuelles Quartett ermöglicht es ihm, von sicherem Boden aus abzuheben. Gleichzeitig aber folgen ihm der hervorragende Pianist Philip Henzi, der sichere Bassist Lorenz Beyeler und der temperamentvolle Drummer Tobias Friedli auf Schritt und Tritt. Das besonders gute Verständnis zwischen Pianist Henzi und Grünewald erstaunt nicht, wenn man weiss, dass die beiden schon seit 1995 ein musikalisches Paar sind. Übrigens: die ausserordentlich witzigen Ansagen Grünewalds sind eine Klasse für sich! | Line-Up: Till Grünewald, Saxophone; Philip Henzi, Klavier; Lorenz Beyeler, Kontrabass; Tobias Friedli, Schlagzeug.

06 – KUBUS

Sobald eine Band – wie Kubus – im Grenzbereich zwischen Techno und Jazz tätig ist, kommen schwer zu entschlüsselnde Fachausdrücke zum Einsatz. So erfährt man über das seit 1997 aktive Ensemble, es habe sich vom Trip Hop-Jazz in Richtung Trip Pop-Elektronik entwickelt. Wie dem auch sei, wenn Ausnahmedrummer Rafi Woll mit voller Power auf die Felle eindrischt, dann juckt es auch jene in den Füssen, die nicht so genau wissen, was da im Detail abgeht. Der bestbekannte Saxophonist Adi Pflugshaupt steuert jazzige Klänge bei, und das elektronische Ambiente, das Fabian Stübi allen möglichen elektronischen Kästchen entlockt, erzeugt einen fast hypnotischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Noch mehr Fachausdrücke gefällig, mit der man sich in jeder Diskussion als Fachmann legitimieren kann? Bitte sehr: die weich fliessenden Sound­Landschaften lassen uns in tiefste Lounge-Polster sinken, Trance Beats treffen Ambient Jazz, und das Klanglabor verbindet sich mit Dancefloor. Was solls? Die Hauptsache ist: es fegt! | Line-Up: Adi Pflugshaupt, Saxophone; Marc Scheidegger, Gitarre; Peter Estermann, Keyboards; Fabian Stübi, Elektronik/Spezialmaterial; Masi Stalder, Bass; Rafi Woll, Schlagzeug.

07 – STEFANO SACCON QUINTETT

Es gibt sie noch, die «Groover», die abdrücken wie einst Cannonball Adderley! Zu denen gehört zum Beispiel der Genfer Saxophonist Stefano Saccon, in dessen Spiel harmonische Raffinesse, schöne Tongebung, Virtuosität und energiegeladener Swing einander die Waage halten. Saccon ist ein Mann von vielen Talenten. Am Genfer Konservatorium hat er klassischen Klavierunterricht genossen, ein Jazz-Saxophondiplom bei Luc Hofman erworben und später Meisterkurse bei Georges Robert und Jim Snidero besucht. Ganz nebenbei ist der Jazzer auch ausgebildeter Architekt! Zu seiner Band mit dem eingefleischten Rhythmusdreieck Christoph Stiefel – Bänz Oester – Norbert Pfammatter gehört als Gast der fulminante italienische Trompeter Flavio Boltro, welcher noch zusätzliche Energiespritzen appliziert. Die meisten der Kompositionen, von denen viele eingängig sind, stammen von Saccon, dessen beeindruckende Referenzliste übrigens Namen wie Phil Collins, Daniel Humair und Franco Ambrosetti enthält. | Line-Up: Stefano Saccon, Altsaxophon; Flavio Boltro, Trompete (tbc); Christoph Stiefel, Klavier; Bänz Oester, Kontrabass; Norbert Pfammatter, Schlagzeug.

08 – DANIEL SCHLÄPPIS DIMENSIONS

Es gibt Jazzmusiker, denen es Spass zu bereiten scheint, immer wieder neue Konzepte und Programme auszutüfteln statt einzelne Stücke zu schreiben und diese zusammen mit Fremdmaterial zu präsentieren. Der Berner Kontrabassist Daniel Schläppi gehört zu dieser Gruppe. Nach sehr interessanten Projekten, die vor allem bei Musikern und Insidern auf offene Ohren und Begeisterung gestossen sind, hat Schläppi für ein schlagzeugloses Trio Standards aus der Welt des Jazz und des «Great American Songbook» neu arrangiert. Und es ist erstaunlich: allzu oft gehörten Ohrwürmern wie «Besame Mucho» oder «Tea For Two» gewinnt der geschickte Schreiber ganz neue und erstaunliche Qualitäten ab, ohne dabei einer allzu angestrengten Suche nach Originalität zu erliegen. Schläppi selbst hält sein Trio mit soliden Basslinien zusammen, der Saxophonist Jürg Bucher konstruiert und dekonstruiert wie einst Warne Marsh, und das phänomenale junge Pianistenwunder Colin Vallon lehnt sich mit seinen freien, aber doch stets nachvollziehbaren Soli ganz stark zum Fenster hinaus. | Line-Up: Daniel Schläppi, Kontrabass; Jürg Bucher, Saxophone und Bassklarinette; Colin Vallon, Klavier.

 

2003

GEWINNER

01 – MARTIN STREULE JAZZ ORCHESTRA

Martin Streule gehört (zusammen etwa mit Kaspar Ewald und Mathias Rüegg) zur kleinen Gruppe derer, die sich im Grenzbereich zwischen Jazz und «ernster» Musik mit Komposition und Arrangement beschäftigen. Streule hat die besten Voraussetzungen für solch abenteuerliche Klangexpeditionen, hat er doch einerseits an der Swiss Jazz School in Bern Elektrobass und Jazztheorie studiert, und andererseits das Berner Konservatorium in den Fächern Blasorchesterdirektion und Komposition abgeschlossen – zu seinen Lehrern gehörten unter anderen Frank Sikora und Urs Peter Schneider. Um seine ehrgeizigen Projekte – darunter eine grossangelegte, den vier Elementen gewidmete Komposition – zu realisieren, hat er ein eigenes, siebzehnköpfiges Orchester gegründet, das durch die Vorlagen stark gefordert wird. Im Moods stellte Streule zum ersten Mal seine musikalischen Beiträge zum Thema «Wasser» vor: eine visionäre, moderne und hoch expressive Musik, die sehr persönlich ist und sich nirgendwo einordnen lässt. Eine streng durchkomponierte Musik auch, die den Solisten viel Raum zur improvisatorischen Entfaltung bieten. | Line-Up: Sandro Häsler, Daniel Schenker, Andrea Piccand, Trompeten; Jennifer Grant, Horn; Adrian Weber, René Mosele, Niki Wüthrich, Posaunen; Reto Zumstein, Bassposaune; Adrian Pflugshaupt, Rolf Häsler, Jürg Bucher, Jochen Baldes, Lukas Heuss, Saxophone; Stewy von Wattenwyl, Klavier; Daniel Schläppi, Bass; Nick Perrin, Gitarre; Peter Horisberger, Schlagzeug; Martin Streule, Komposition, Arrangement und Leitung.

FINALIST #1

02 – DOMENIC LANDOLF QUARTET

Der in Basel lebende Berner Domenic Landolf (*1969) ist der gefeierte «Shooting Star» unter den jüngeren Schweizer Tenorsaxophonisten. Landolfs Spiel war zu Beginn stark von dem seines Lehrers Andy Scherrer geprägt, wird aber von Jahr zu Jahr eigenständiger. Über die Musik seines 1997 gegründeten Quartetts sagt der Hardbopper: «Während wir anfangs viel mit Standards experimentierten, gingen wir mit der Zeit immer mehr dazu über, unsere eigenen Stücke zu spielen. Viele dieser Kompositionen sind nicht starr festgelegt, werden umarrangiert und verändern sich kontinuierlich. Das Repertoire beinhaltet neben harmonisch und rhythmisch komplexeren Stücken auch Blues und modale Tunes und lässt so unterschiedliche Einflüsse erkennen wie Jazz, Pop, Klassik und freie Musik. Wichtige Anliegen der Gruppe sind Improvisation und Interaktion, Originalität und Klangkultur». | Line-Up: Domenic Landolf, Tenorsax und Klarinette; Jean-Paul Brodbeck, Klavier; Fabian Gisler, Bass; Dominic Egli, Schlagzeug.

FINALIST #2

03 – RETO SUHNER QUARTET

«Born in Herisau» heisst witzigerweise eine CD des Saxophonisten Reto Suhner, der allerdings auch sehr viel mit «America» zu tun hat. Der 1974 tatsächlich in Herisau geborene Musiker hat – nach einem Studium an der Jazzschule St. Gallen – einige Zeit in New York verbracht, wo er mit den grössten Cracks der Szene jamte. Sein Quartett, dem auch der aus Bombay stammende Berklee-Absolvent Lester Menezes angehört, bezeichnet Suhner als «komponierende Band», die «leicht, spielerisch und flüssig eigene Motive, Songs und arrangierte Standards» spielt. Stilistisch zwischen modernem Mainstream und Hardbop angesiedelt möchte das swingende Viereck sich auch immer wieder auf «musikalische Abenteuer» einlassen. Das bewährte Rhythmusgespann Fabian Gisler–Dominik Burkhalter an Bass und Schlagzeug wird dafür sorgen, dass die Expeditionen von Suhner und Menezes immer wieder auf sicherem Boden enden. | Line-Up: Reto Suhner, Alt- und Sopransaxophon, Klarinette; Lester Menezes, Klavier; Fabian Gisler, Bass; Dominik Burkhalter, Schlagzeug.

FERNER SPIELTEN

04 – BARBARA BALZAN QUARTET

Ein sehr ungewöhnliches Quartett hat die Sängerin Barbara Balzan zusammengestellt. Zum schlagzeuglosen Ensemble gehört nämlich – ausser dem Pianisten Marco Dreifuss und dem Kontrabassisten Attilio Zanchi – der vielseitige Cellovirtuose Daniel Pezzotti, der sonst im Graben des Zürcher Opernhauses anzutreffen ist. Barbara Balzan hat ihre Karriere als Pop- und Soulsängerin begonnen, bevor sie den Jazz für sich entdeckt hat und sich an der Musikhochschule Luzern ausbilden liess. Mit ihrer eher tiefen, ausdrucksvollen Stimme interpretiert sie nicht nur Eigenkompositionen und Standards, sie bringt sich auch als Improvisatorin gleichberechtigt in das musikalische Geschehen ein. Zu ihrem Quartett sagt sie: «Für mich ist Musik Ausdruck von Spiritualität und Sinnlichkeit. In dieser Gruppe entsteht eine einzigartige Synergie durch die Wachsamkeit, Sensibilität und Persönlichkeit jedes einzelnen Musikers». | Line-Up: Barbara Balzan, Gesang; Marco Dreifuss, Klavier; Daniel Pezzotti, Violoncello; Attilio Zanchi, Kontrabass.

05 – THE BLUE GOAT QUARTET

Hinter dem eigentümlichen Namen dieser Band steckt eine Philosophie. Die Farbe blau steht für das Bluesige, die Ziege für das Kapriziöse, das Unvorhersehbare und das Launische im Jazz. Der Zürcher Pianist Jodok Hess, der alle Blue Goat-Stücke selbst geschrieben und arrangiert hat, ersinnt Melodien, die nicht Kopfzerbrechen, sondern Herzerblühen bereiten sollen. Er und seine Kollegen machen «groovigen Jazz mit Themen, die erst beim zweiten oder dritten Hinhören ihre Tricks und Kniffs verraten, Musik, die zuerst ins Herz und dann in den Kopf geht». Mit einem Augenzwinkern bezeichnet der Berklee-Schüler die Musik seiner seit fünf Jahren bestehender Band als «Finest Jazz since 1996» – und macht damit eine zweite Anspielung auf das Logo des berühmten Labels «Blue Note», dessen Künstler und Sounds seine eigene Arbeit offensichtlich stark mitgeprägt haben. | Line-Up: Jodok Hess, Klavier und Komposition; Costi Topalidis, Tenor- und Sopransax; Markus Fischer, Bass; Tobias Friedli, Schlagzeug.

06 – MARTIN DAHANUKAR & ZODIAC SOUND MANUAL

Die Musik des Berner Trompeters Martin Dahanukar reflektiert die Jazztradition, oder eher, wie der Bandleader selbst sagt, die kreative afrikanisch amerikanische Musik, die er mit asiatischen Elementen anreichert. Mit seinem stilistisch sehr heterogen zusammengesetzten Sextett (mit Trompete, Alt- und Tenorsaxophon in der Frontline) möchte Dahanukar eine Hymne an die «Godfathers» des Jazz Duke Ellington und Randy Weston singen. Dabei entstehen – in seinen eigenen Worten – «betörend schöne und bizarre Klangfarben überm Puls swingender Metren von Drums & Bass» sowie «stilübergreifende Sounds mit sphärischen und magischen Qualitäten». Kritiker verwenden bei der Beschreibung der Musik Dahanukars Ausdrücke wie «stupende Technik, leidenschaftliche Musikalität, spannender und intelligenter und auf hohem Niveau unterhaltsamer Jazz». | Line-Up: Martin Dahanukar, Trompete und Flügelhorn; John Voirol, Tenorsax; Donat Fisch, Altsax; Michel Bastet, Klavier; Giorgios Anoniou, Bass; Peter Horisberger, Schlagzeug.

07 – MIDA

Adrian Pflugshaupt gilt als eines der grössten Talente auf einem besonders schwierigen «Horn» – dem Sopransaxophon. Der Absolvent der Musikhochschule Luzern und der New School in Manhattan ist ein ausserordentlich vielseitiger Jazzmusiker, der sich in unzähligen Stilen zwischen Bebop und New Thing mühelos zurecht findet (pikantes Detail: er spielt Lead Alto in der Swiss Army Big Band!). Mit seinem Quartett Mida macht Pflugshaupt elektrische Musik, zwischen Jazz und zeitgenössischem Rock. Zu seiner jungen Band sagt Pflugshaupt: «Mida’s Musik findet zwischen modaler und jazzharmonischer Spielweise statt, mit Grooves, die wie das Gesamtkonzept wohl am ehesten mit Steve Colemans MBase-Ideen zu vergleichen sind. Die Kompositionen sind Zusammenstellungen von Anweisungen für jeden Musiker, gespickt mit Symmetrien jeglicher Art, ungeraden Metren und repetitiven Tonreihen. Das interaktive Umspielen führt zu einer Freiheit jenseits von Beliebigkeit.» | Line-Up: Adrian Pflugshaupt, Saxophone; Roman Nowka, Gitarre; Patrick Sommer, Elektrobass; Tobias Schramm, Schlagzeug.

08 – LISETTE SPINNLER QUARTET

Die Baslerin Lisette Spinnler ist keine Jazzsängerin im traditionellen Sinn. Mit ihrem 1999 gegründeten Quartett konzentriert sie sich auf Eigenkompositionen und interpretiert zwischendurch eigenwillige Arrangements von bekannten Jazzkompositionen, die dann kaum wiederzuerkennen sind. Dabei improvisiert sie wie eine Instrumentalistin, wobei sie die unterschiedlichsten Vokaltechniken zum Einsatz bringt. Die klassisch ausgebildete Sängerin (Musikschule Sissach), die auch bei den Jazzvokalistinnen Sandy Patton und Susanne Abbuehl studierte, verfügt über ein starkes Charisma und wirkt bei ihren Live-Auftritten ausserordentlich engagiert und emotional. Mit dem hochbegabten Pianisten Olivier Friedli und den sehr aufmerksam begleitenden Rhythmikern Andreas Hoerni (Schlagzeug) und Patrick Sommer (Elektrobass) kommuniziert sie auf lebhafte Weise. Da werden Ideen ausgetauscht, Motive zugespielt und weitergesponnen. | Line-Up: Lisette Spinnler, Gesang; Olivier Friedli, Klavier; Patrick Sommer, Elektrobass; Andreas Hoerni, Schlagzeug.

09 – NADJA STOLLER TRIO

Wie viele ihrer jungen Kolleginnen hat Nadja Stoller bei der grossen Jazzsängerin Sandy Patton an der Swiss Jazz School in Bern studiert und dabei einen eigenen Stil gefunden. Die mutige Berner Vokalistin macht sich das Leben nicht leicht. Begleitet bloss von Klavier und Kontrabass interpretiert sie nicht etwa die einfachsten, sondern gleich die schwierigsten Kapitel, die das dicke Songbook für Jazzsängerinnen bereithält – zum Beispiel Skylark (von Hoagy Carmichael), Panonica (von Thelonious Monk) oder Daydream (von Billy Strayhorn). Nadja Stollers Philosophie bei der Wahl ihres Repertoires ist ungewöhnlich, konzentriert sie sich dabei doch auf Standards, die von Instrumentalisten wie Mingus, Monk oder Steve Swallow geschrieben wurden. Im schutzlos-intimen kammermusikalischen Rahmen fallen ganz besonders die getragenen, expressiven Balladen auf – eine Disziplin, die sonst eher erfahrenen, reifen Jazz-Divas vorbehalten ist. | Line-Up: Nadja Stoller, Gesang; Colin Vallon, Klavier; Thomas Dürst, Bass.

10 – DANIEL WOODTLI TRIO

Der Trompeter und Flügelhornist Daniel Woodtli ist alles andere als ein lauter Schnellfinger à la Freddie Hubbard. Ihm gefällt das Lyrische an der Musik, die expressive Ballade. Wohl nicht zuletzt deshalb hat er – inspiriert durch einen Auftritt mit dem Gitarristen Philip Catherine – ein schlagzeugloses Trio gegründet, bei dem kammermusikalische Transparenz, Poesie und Sensibilität im Vordergrund stehen. Im Repertoire finden sich vor allem Eigenkompositionen von Woodtli und seinem Gitarristen Nick Perrin, die dem Trio auf den Leib geschrieben sind. Woodtlis berühmter Instrumentalkollege Bert Joris ist des Lobes voll und spricht von «beautiful little tunes that can put me in a great, relaxed mood». Die Musik des Ensembles ist für ihn besonders geeignet für ruhige und friedliche Abende, an denen er sich von Woodtli und seiner Kollegen klingende Geschichten erzählen lassen will. | Line-Up: Daniel Woodtli, Trompete und Flügelhorn; Lorenz Beyeler, Bass; Nick Perrin, Gitarre.